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Totgesagte leben nicht länger

Mit der DAFG will Dorothee Bär das DATI-Erbe antreten – doch darf sie nicht die gleichen Fehler erneut machen.
Scrabble-Spielsteine bilden das englische Wort

Bild: freepik.

EIGENTLICH HATTE DOROTHEE BÄR in einer dpa-Anfrage auf Offensichtliches hingewiesen. Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung aus CDU/CSU und SPD "sieht keine DATI mehr vor", sagte die CSU-Bundesforschungsministerin. Doch in der öffentlichen Darstellung wurde daraus die "endgültige Absage" der von der Ampel geplanten, aber nicht umgesetzten Bundesagentur für Transfer und Innovation. Und einige nutzten die Gelegenheit für einen erneuten – letzten – Abgesang.

 

Dass nun auch in der SPD Krokodilstränen geweint wurden, wundert allerdings schon – hatten ihre Vertreter doch die DATI-Beerdigung in den Verhandlungen mitgetragen und auch, dass im entsprechenden Kapitel des Koalitionsvertrags stattdessen die Gründung einer Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG) angekündigt wird. Die DATI war also schon lange tot. Und dass Thüringer Politiker Bärs Interview nutzten, um medienwirksam Kompensation zu verlangen, weil die DATI doch im Freistaat sitzen sollte, ist genau der Stil Politik, der Politikverdrossenheit fördert.

 

Auf den Zahn fühlen sollte man der Forschungsministerin an anderer Stelle. Was genau soll diese DAFG denn eigentlich werden? Und wer soll glauben, dass der Wechsel von der DATI zur DAFG keine Abwertung bedeutet, wenn gleichzeitig ...

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Kommentare

#1 -

Alexander Gerber | So., 19.10.2025 - 10:28

Egal wie die Struktur letztlich politisch benannt wird (eine "Agentur" macht ja in der Tat weniger Sinn als eine sprachliche Anlehnung an die DFG): Angesichts der volkswirtschaftlichen Dauerkriese Deutschlands ist die erneute Verschiebung die bisher schlimmste Nachricht für den Wirtschaftsstandort in 2025. Das Potenzial wäre immens, durch mehr vorwettbewerbliche angewandte Forschung jene PS auf die Straße zu bringen, die unsere in vielen Disziplinen weltweit führende Grundlagenforschung eigentlich bereitstellt. Diese Lücke wegen politischer Machtspiele nicht zu schließen, ist ökonomisch unverantwortlich und erodiert das Vertrauen in die Große Koalition immer weiter. Ein wirklich schlechter Tag für unser Land. Warum bloß macht der ...

#2 -

Thorsten Voß | Fr., 24.10.2025 - 18:37

Gibt es wirklich eine Lücke? Warum nicht bestehende und nachweislich funktionierende Systeme und Programme weiterentwickeln und stärken? Hierauf ist jetzt der Fokus zu legen und das ist der richtige Weg, da er unmittelbar wirkt. Und wir sollten ehrlich sein, die Initiative war doch von Anfang als Förderprogramm für eine spezifische Gruppe geplant. 

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