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Reden wir zu wenig über die Hochschulen?

Ob und wann Kitas und Schulen wieder öffnen sollen, gehört zu den wichtigsten Themen der Corona-Debatte. Doch gibt es auch fast drei Millionen Studierende. Was ist eigentlich mit denen und ihren Teilhabebedürfnissen?

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Artikelbild: Reden wir zu wenig über die Hochschulen?

Es braucht eine Perspektive – auch und gerade für junge Studierende.

Foto: TimKvonEnd / Pixabay.

MAN KANN WIRKLICH nicht behaupten, dass die Republik in der Pandemie zu wenig über Bildung spricht. Oder sollte man besser sagen: streitet. Über den Sinn und Unsinn geschlossener Kitas und Schulen, über die Folgen für die Kinder und Jugendlichen, wenn Notbetreuung und Distanzunterricht noch über viele Wochen weitergehen sollten. Auch die jüngste Krisenrunde mit Kanzlerin Merkel streckte sich nur deshalb Stunde um Stunde in den späten Abend hinein, weil beim Thema Bildung die Fetzen flogen.

Wobei das ungenau ist. Denn um einen Teil des Bildungssystems wird nicht gestritten. Diskutiert eigentlich auch nur am Rande. Und in den letzten vier Corona-Beschlüssen kamen die Hochschulen nur einmal vor. Am 25. November war das. Besagte Passage umfasste genau einen Satz, er lautete: "Hochschulen und Universitäten sollen grundsätzlich (mit Ausnahme insbesondere von Labortätigkeiten, Praktika, praktischen und künstlerischen Ausbildungsabschnitten und Prüfungen) auf digitale Lehre umstellen."

Seitdem: Schweigen. Zumindest auf Seiten ...

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Kommentare

#1 -

Muriel Helbig | Mi., 27.01.2021 - 11:42
In Schleswig-Holstein reden wir (Wissenschaftsministerium und Hochschulen) oft und intensiv über die Hochschulen und finden meiner Ansicht nach in einer schwierigen Situation die bestmöglichen Lösungen. Auch um die Situation der Studierenden wissen wir und bemühen uns mit ihnen gemeinsam nach Kräften, um Nachteile abzufedern - auch wenn Nachteile während einer weltweiten Pandemie ehrlicherweise weder wegzudiskutieren noch wegzuorganisieren sind. Was uns in den vergangenen Semestern gut durch die Krise gebracht hat, ist dieser intensive, lokale Austausch (der auch die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Hochschultypen einbezieht - man denke beispielsweise an Lehre an Kunst- und Musikhochschulen im Vergleich zu anderen Hochschulen) und unsere ...

#2 -

Oliver Locker-… | Mi., 27.01.2021 - 12:58
Zustimmung und Dank für diesen offenen Brief aus Hildesheim. Wir – die Wissenschaft gemein-sam mit der Politik – müssen den Fokus stärker auch auf die Hochschulen richten.

Dabei dürfen wir uns nicht länger treiben lassen. Heute vor einem Jahr wurden wir durch das „Ur-Virus“ überrascht. Jetzt ist es u.a. die Mutation B.1.1.7, die die Politik reagieren lässt. Und morgen? Dass das Virus sich unter dem aufkommenden Impfdruck weiter verändern wird ist absehbar, weshalb die Politik zeitnah „Szenarien des Agierens“ (zukunftsgerichtet, vorausschau-end, disruptiv) entwickeln sollte.

Unser bisheriger Einsatz in Lehre und Forschung wird es uns dabei erlauben, unsere Erfahrungen in die ...

#3 -

Jörg Abke | Mi., 27.01.2021 - 13:25
Sehr geehrte Frau Präsidentin Helbig,



das mag aus Ihrer Sicht und Position alles so stimmen, wie von Ihnen ausgeführt. Ich sehe das etwas anders, was an anderer Position an anderer Hochschule in anderem Bundesland liegen mag.



Mein Dank gilt - wieder einmal - Herrn Wiarda für den Blogbeitrag, den ich - wenn ich darf (sonst den Link einfach löschen) - mit Verweis ergänze auf die internationale Sicht durch die FAZ

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/wie-universitaeten-rund-um-die-welt-mit-corona-umgehen-17158928.html

#4 -

Karlchen Mühsam | Mi., 27.01.2021 - 16:06
Lieber Herr Wiarda,

vielen Dank für den Blog Beitrag!

Es ist dringend geboten, die Situation an den Hochschulen auch in der Lehre stärker in den Blick zu nehmen. Sicherlich haben die Hochschulen beachtliches geleistet, als vor einem Jahr mit sehr kurzer Vorlaufzeit die Präsenzlehre auf digitale Formate umgestellt wurde. Die Hochschulen haben sich - möglicherweise auch wegen einer auf einer irrtümlichen Motivation beruhenden Zurückhaltung der Wissenschaftsminusterien g mit den von Frau Prof. Helbig so gelobten dezentralen Lösungen auf ein gefährliches Mienenfeld begeben. Man hat mitunter das Gefühl, dass der Phantasie für immer neue waghalsige Vorstellungen bei der Bewältigung der durch ...

#5 -

Th. Klein | Mi., 27.01.2021 - 21:47
Ergänzend zu den Ausführungen im Beitrag sei darauf verwiesen, dass im Vergleich zur Schule, wo neben den Schüler*innen gleichzeitig (wenn auch von anderen Akteuren als der Politik) in der Regel die Situation der Lehrer*innen in den Blick genommen wird, nach meiner Wahrnehmung an den Hochschulen fast ausschließlich die Bedürfnisse der Studierenden im Fokus stehen. Die Situation der Lehrenden (bspw. parallel Home-Schooling der Kinder) und noch mehr der Verwaltung geraten m.E. völlig in Vergessenheit. Was ich an meiner Hochschule an Informationen über den Betrieb erhalte, betrifft zu 99% die Studierenden.

#6 -

Martina Grosty | Do., 28.01.2021 - 12:35
Ich denke gerade in Berlin funktioniert seit Jahren die Digitalisierung nicht. Ich bin seit 2004 in der Lehrer Fort- und Weiterbildung im Rahmen des eEducaton Masterplanes unterwegs und freue mich wenn die Computermäuse einheitlich sind und ein Beamer vorhanden ist.

Ich habe bei der Neugestaltung des eEducation Masterplanes maßgeblich an der Überarbeitung des Moduls "Urheberrecht", BYOD, Einsatz von IWB's etc. mitgewirkt.

Leider geht es auch nicht voran mit Online Fortbildungen. Das ganze ist einfach nur zum Jammern.

Martina Grosty

https://grosty.de/

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