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Hans-Ulrich Wittchen: Habe lege artis gearbeitet

Er soll laut Bericht einer Untersuchungskommission umfangreiche Studiendaten manipuliert haben, die Dresdner TU-Rektorin Staudinger zeigte sich "tief erschüttert". Jetzt meldet sich der Beschuldigte selbst zu Wort und kritisiert das Vorgehen seiner ehemaligen Universität als "unrechtmäßig sowie akademisch wie menschlich unakzeptabel".

AM FREITAG HATTE SICH die Dresdner Rektorin Ursula M. Staudinger " tief erschüttert " gezeigt über den Fall Wittchen und von einer "bemerkenswerten, außergewöhnlichen, ja unerhörten Konstellation von Verfehlungen" gesprochen. Staudinger reagierte damit auf einen Bericht, in dem die im Frühjahr 2019 eingesetzte Prüfkommission unter Vorsitz des Hamburger Juristen Hans-Heinrich Trute ihr Untersuchungsergebnis vorgelegt hatte. Demzufolge soll der bekannte Psychologieprofessor Hans-Ulrich Wittchen umfangreiche Studiendaten manipuliert und später versucht haben, die mutmaßlichen Vergehen zu verschleiern und ihre Aufklärung zu behindern.

Jetzt meldet sich der Beschuldigte selbst zu Wort. In einer am Sonntag von seinem Anwalt verbreiteten Stellungnahme kritisiert Wittchen das Vorgehen der Technischen Universität Dresden (TUD) als "unrechtmäßig sowie akademisch wie menschlich unakzeptabel". Es handle sich um eine "gravierende Verletzung der Fürsorgepflicht" gegenüber einem pensionierten ehemaligen Professor der TUD.

Wittchen sollte mit seinem Team im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die Personalausstattung in den deutschen psychiatrischen Kliniken untersuchen und außerdem die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter – ...

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Kommentare

#1 -

Rainer Schomburg | Mo., 01.03.2021 - 12:23
Mit Erstaunen verfolgt man die Berichterstattung an zur

Exzellenz geadelten Universitäten. An der TU Dresden hat ein wohl maßgeblich an der Exzellenzwerdung beteiligter und inzwischen nach offenbar gründlichem Verfahren

erheblicher Verfehlungen überführter Emeritus breite

Gelegenheit, sich zu rechtfertigen. An der zur Exzellenz aufgestiegenen Universität Hamburg obliegt ein weltweit geschätzter Physiker wegen seiner Indizienkette zum

Corona-Problem entweder einer deftigen Cancel-Praxis

oder er wird "entsetzt" verschwiegen. Da ist jemand sehr

besorgt wegen der Gefahr der B-Waffen-Forschung, aber

vielleicht hätte er als Fachmann besser die Bundes-Regierung beraten sollen, daß man für Corona-Impfstoffe

dringend Nano-Partikel benötigt.

#2 -

Ruth Augspurger | Sa., 06.03.2021 - 16:13
Menschen die bezüglich ihres Gewissens eingeschränkt sind wird es immer geben. Je intelligenter und desto höher die Machtpositionen, die sie innehaben, desto verheerender sind in der Regel die Auswirkungen ihres destruktiven Verhaltens. In einem Kontext in dem allerdings moralische Werte gelebt werden, auf Kooperation, Miteinander, Empathie, Fürsorge etc. Wert gelegt wird, findet derartiges Verhalten in aller Regel schnell ein Ende. Mitverantwortlich im o.g. Falle sind also auch all diejenigen, die weggeschaut haben, die nicht eingegriffen haben, obwohl wiederholt emotional und wissenschaftlich missbräuchliches Verhalten gemeldet wurde. Hiermit sind explizit nicht die Mitarbeiter gemeint, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Hrn. Prof. W. ...

#3 -

sTUDent | Do., 11.03.2021 - 12:50
Die große Tragik ist, dass Wittchen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie, in Deutschland und vermutlich auch darüber hinaus gehabt haben wird. Die nun bekannt gewordenen Vorgänge drängen einem den Verdacht auf, dass dies nicht das erste mal gewesen sein wird, dass er es mit der wissenschaftlichen Redlichkeit vielleicht nicht ganz so genau genommen hat. Es ist an der TU Dresden, jetzt eine ausreichend gute Prüfung zu unternehmen, ob frühere Studien und Ergebnisse aus der Hand von Wittchen nicht womöglich auch schon fehlerhaft, fahrlässig oder schlicht falsch waren.

#4 -

Honest | Do., 15.04.2021 - 03:06
Vllt sollten die Neider richtig lesen. Imputation en sind völlig legitim. Herr Prof. war bereits eremetiert? Was suchen da private Reisekosten? Vllt will sich da umgekehrt eine Uni eines unliebsamen Institutsleiters entledigen? Und Mitarbeiter sich der Verantwortlichkeit fuer Ihre Fehler? Wie primitiv einem namhaften arbeitsamen Menschen kurz vor seinem Rückzug aus dem Arbeitsleben dieses so zu versauen!!! Was denken sich diese und denken Sie überhaupt?

#5 -

Ex-Student | Mi., 09.02.2022 - 16:17
Die neue Rektorin der TUD sagte im Interview vom 26.2.21: "Und schließlich sind wir dabei, eine eigene Hochschulambulanz für die Ausbildung von Psychotherapeuten in Verantwortung der TU Dresden aufzubauen. Bislang war diese leider ausgelagert." Was ist dann das hier mit wem im Leitungsteam und übernommenem Personal? https://www.iap-dresden.de/kopie-von-leitung
Wurde mittlerweile die Unschuld von Prof. W. erwiesen, hat man sich wieder zusammengerauft oder was ist da los?

#6 -

CCO@tu-dresden.de | Do., 10.02.2022 - 10:21
Die IAP ist seit letzen Sommer nur noch als privater Anbieter für die Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie tätig. Die genannte Website hat nichts mehr mit der TU Dresden zu tun. Die TU Dresden hat eine neue Hochschulambulanz für die akademische Ausbildung von Psychotherapeut:innen: www.ufp-dresden.de

#7 -

Ex-Student | Fr., 18.02.2022 - 14:12
Danke für die Aufklärung. Wie ist dann folgendes Zitat auf der iap-Webseite zu verstehen: Die Forschung an der IAP wird in enger Zusammenarbeit u. a. mit der ... Psychiatrischen Universitätsklinik Dresden ... durchgeführt. Im Zusammenhang mit folgendem Zitat von der TU-Webseite: Das Universitätsklinikum Dresden und die Medizinische Fakultät bilden eine gemeinsame Institution. Sie sind zur Exzellenz ... verpflichtet. Wieso hat die o.a. Webseite dann nichts mehr mit der TU Dresden zu tun, wenn doch die TU mit der Uniklinik zu tun hat?

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