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Es reicht

Deutschland debattiert über die erneute Schließung von Kitas und Schulen und beruft sich auf die angeblich so viel größere Pandemiedynamik unter Kindern und Jugendlichen. Diese Argumentation ist nicht faktenbasiert – und sie lenkt davon ab, wer vor allem für die Eindämmung des Virus verzichten muss: die Erwachsenen.

KINDER UND JUGENDLICHE treiben die Pandemie? Nun lassen wir mal kurz die aktuelle Aufregung weg und schauen auf die Zahlen. Denn bei deren nüchterner Betrachtung stellt sich die Sache plötzlich ganz anders dar, und man kann sich tatsächlich wieder aufregen. Aber anders.

Zunächst die Meldezahlen . Über die hatte ich gestern bereits berichte t. In der vergangenen Kalenderwoche haben sich so viele Kitakinder nachweislich mit dem Coronavirus infiziert wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt ihre Zahl heute mit 4013 an, das sind 34 Prozent mehr als in den sieben Tagen davor. Der bisherige Höchststand war auf dem Höhepunkt der zweiten Welle im Dezember mit 3114 neuinfizierten Kleinkindern erreicht worden.

Auch bei den 5- bis 14-Jährigen gab es in der vergangenen Woche erneut stark Zuwächse bei den Meldezahlen. Das RKI verzeichnete in dieser Altersgruppe 8841 Neuinfektionen, was im Vorwochenvergleich einem Plus von gut 35 Prozent entsprach.

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Kommentare

#1 -

Working Mum | Mi., 24.03.2021 - 14:01
Vollste Zustimmung. Und bei diesen gestiegenen Testhäufigkeiten sind die Schnell- und Selbsttests ja noch gar nicht erfasst. Es war doch völlig klar, dass bei einem solchen Anstieg von Testungen auch mehr Infektionen entdeckt werden. Dafür werden die Tests ja schließlich gemacht.

#2 -

Susanne | Mi., 24.03.2021 - 17:06
Ich bin so froh, dass Sie sich immer wieder so fundiert mit dieser Thematik auseinandersetzen. Im ganzen Corona-Chaos ist bei Ihnen eine klare Linie erkennbar. Und ich teile die Sorge um die junge Generation, die gezwungen wird, die Lasten der Pandemie überproportional zu tragen.

#3 -

Allia Hammami | Mi., 24.03.2021 - 19:25
Danke für die differenzierte Betrachtung. Ich sehe es so: solange die Regierung an diesem Inzidenzfetisch festhält, solange wird sich transparenteres Erfassen von Infektionen gegen die untersuchteGruppe richten. Es wird unter der o.g. Vorgabe mitnichten zu mehr Freiräumen führen. Es ist richtig, für eine differenziertere Betrachtungzu werben. Aber der sinnvolle Umgang mit Ergebnissen ist zuerst zu denken und medial zu transportieren und zwar von den bildungspolitisch Verantwortlichen.

#4 -

T. | Do., 25.03.2021 - 08:43
In Frankreich und England und vielen anderen Ländern ist alles zu- aber die Schulen sind konsequent offen. In Berlin sind die Kinder der Mittelstufe inzwischen fast 4 Monate zu Hause, das Homeschooling ist ein schlechter Witz. Für die anderen besteht die Beschulung zu einem guten Teil nur aus sehr wenigen Stunden. Der Preis für unser Land, wenn die nächste Generation keine Spitzenforscher und Denker hervorbringt und im internationalen Vergleich weiter zurückfällt, wird noch nicht diskutiert.

#5 -

Dr. Oliver Loc… | Do., 25.03.2021 - 11:35
Wo bleiben Kinder?



Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen müssen in der Pandemie-Politik Gehör und Berücksichtigung finden. Man sucht in dem Bund-Länder-Beschluss vom 22. März 2021 vergeblich nach einem Konzept, den Jüngeren in unserer Gesellschaft zeitnah wieder Perspektiven zu eröffnen – Perspektiven, die diese dringend benötigen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben bislang enorm viel leisten und aushalten müssen.



Die psychologischen und physiologischen Folgen einer emotionalen Verarmung sind bereits sichtbar und werden noch lange Zeit Auswirkungen haben. Wissenschaftliche Studien sowie eindringlich mahnende Worte von vielen Kinderärzt*innen, Pädagog*innen, Neurobiolog*innen und Psycholog*innen warnen bereits vor nachhaltigen Schäden bei Kindern. Diese werden uns noch ...

#6 -

Working Mum | Do., 25.03.2021 - 14:00
Das Saarland plant für die Zeit nach Ostern offenbar weitere Öffnungsschritte als "Modellregion". Dabei soll die Öffnung von Fitnessstudios, Kinos und Außengastronomie fast zwei Wochen vor weiteren Öffnungsschritten bei den Schulen erfolgen. So viel bleibt also übrig von der viel beschworenen Priorisierung der Bildungseinrichtungen.

#7 -

Lena | Do., 25.03.2021 - 16:47
Danke für die fundierte Aufbereitung der Zahlen! Jedem Statistiker und Marktforscher müssen sich aktuell die Haare zu Berge stehen auf welcher Zahlenbasis solch weitreichende Entscheidung wie im letzten Jahr getroffen werden.

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