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Viele Geimpfte, (zu) wenig Präsenz?

In Berlin und anderswo werden enorm hohe Impfquoten unter Studierenden gemeldet. Was bedeutet das für die Aussichten zum Wintersemester und darüber hinaus?

Es sind erstaunlich hohe Zahlen: 83,2 Prozent der in einer Umfrage der Landesrektorenkonferenz befragten Berliner Studierenden gaben an, bereits vollständig gegen Corona geimpft zu sein.

Zum Vergleich: Von den 18- bis 59-Jährigen sind deutschlandweit laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell 67,2 Prozent zweifach geimpft, von den über 60-Jährigen 83,4 Prozent. Sind die Studierenden in Berlin also so stark durchgeimpft wie anderswo nur die Senioren?

Zwei Einschränkungen. Erstens: Die Befragung, bei der rund 42.000 Studierende von zehn Berliner Hochschulen zwischen Mitte August und Anfang September mitgemacht haben, ist nicht repräsentativ. Gleichwohl, meint zumindest die Landesrektorenkonferenz, legten die Ergebnisse den Schluss nahe, "dass mehr als drei Viertel der insgesamt rund 200.000 Studierenden an Berliner Hochschulen vollständig geimpft sein dürften".

Zweitens: Die vom RKI angegebenen Impfquoten dürften den Anteil der tatsächlich Geimpften unterschätzen. Nicht nur kam neulich heraus, dass in der Statistik mehr als 350.000 Impfungen aus Arztpraxen fehlen. Hinzu kommt, dass zwei repräsentative Umfragen, eine vom RKI selbst durchgeführt, im August ergeben hatten , dass der Anteil der bereits einmal Geimpften um 16 bis 20 Prozent höher ...

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Kommentare

#1 -

Gernot Hauschke | Mo., 13.09.2021 - 21:00
Gibt es denn immer nicht keine seriös überprüfte Höhe

der tatsächlichen Impfquote? Die Informationen um den

14. August suggerierten doch deutlich höhere Zahlen. Gerade unter Wahlkampfbedingungen wäre es doch ein

extrem gewichtiges Argument, wenn der Bundesminister für Gesundheit zeigen könnte, daß die Impfpolitik Erfolge

bringt. Stattdessen geht der CDU-Kanzler-Kandidat auf

eine erstaunlich miese Tour gegenüber den Konkurrenten.

Hat er denn seine Partei gar nicht im Griff?

#2 -

Ein Präsident | Mo., 13.09.2021 - 21:51
Ich schätze die Blog-Beiträge, allerdings sollte nicht alles auf die Präsidien abgewälzt werden.

Wenn ein voller Präsenzbetrieb verantwortbar ist (oder wäre ?), dann kann das die Politik ja vorgeben.

Und wenn 3G die Lösung ist (oder sein sollte), dann wären die Präsidien sicher auch dankbar über die Konzepte, wie das logistisch umzusetzen und aus den Hochschulbudgets zu finanzieren ist. Auch ein kleiner Tipp wäre hilfreich: Wie soll 3G umgesetzt werden, wenn es keine Auskunftspflicht der Hochschulmitglieder zur Impfpflicht gibt ?

#3 -

PB | Di., 14.09.2021 - 00:18
@Ein Präsident.

Es ist in der Tat wieder bezeichnend und inakzetabel, dass die Politik beim Impfstatus wieder mal nur an Schulen und nicht an die Hoch_schulen gedacht hat.

M.E. hilft im Prinzip nur die Impfpflicht wie an amerikanischen Hochschulen. Dort sind sind auch die staatlichen Universitäten darunter.

#4 -

Django | Di., 14.09.2021 - 11:18
Wenn es keine Auskunftspflicht zum Impfstatus gibt, werden Personen, die sich nicht äußern wollen, als ungeimpft eingestuft und müssen ein negatives Testergebnis vorweisen.
Die Berliner Hochschulen beschränken sich wohlweislich auf Stichproben.

#5 -

Ruth Himmelreich | Di., 14.09.2021 - 11:48
Ich gehe von deutlich höheren Impfquoten bei den Studierenden im Vergleich zur gleichaltrigen Bevölkerung aus. Ob jemand geimpft ist oder nicht, hängt schließlich auch mit dem Bildungsgrad und der sozialen Schicht zusammen; beides würde ich bei den Studierenden als im Vergleich überdurchschnittlich ansehen.

Anekdotisch unsere Hiwis - je höher die soziale Schicht, aus der sie kommen, desto schneller waren sie geimpft.

#6 -

R.S. | Mi., 15.09.2021 - 13:21
Was an Präsenz möglich ist, hängt doch mindestens zum Teil auch vom Gebäudezustand und -angebot vor Ort ab. Viele Räume waren in vorpandemischen Zeiten schon grenzwertig und man hat im Zweifel eine Lüftung unterlassen, weil man sich nicht sicher sein konnte, ob man das Fenster auch wieder zu kriegt oder es einem gleich entgegenkommt. In der allgemeinen Raumnot wurden Dinge hingenommen, die niederziehend waren und teils schlicht unappetitlich. Deshalb wird es schwierig und kaum möglich sein, in einer Situation, die unter Hygiene-Gesichtspunkten weiterhin nicht einfach ist, zu 100% in den "Vorkriegszustand" zurückzukehren: was vorher schon grenzwertig war, ist dann jetzt ...

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