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Mehr Erwartungsdruck erzeugen

Wenn die Gleichstellung in der Wissenschaft im aktuellen Tempo weiterginge, wäre frühestens 2051 jede zweite Professur mit einer Frau besetzt. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz benennt das Problem jedes Jahr auf Neue, wirkt aber auch jedes Jahr aufs Neue ratlos.

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Artikelbild: Mehr Erwartungsdruck erzeugen

Illustration: Gerd Altmann / Pixabay.

DIE GEMEINSAME WISSENSCHAFTSKONFERENZ (GWK) ist die Geldverteilungsmaschine der Wissenschaftspolitik. In ihr sitzen die Wissenschafts- und Finanzminister von Bund und Ländern und verabreden die Milliarden-Pakte, die Deutschlands Hochschulen und Forschungsinstitute international nach vorn bringen sollen. Weshalb die GWK normalerweise keine Gelegenheit auslässt, ein Lob auf die "Exzellenz" der deutschen Wissenschaft anzustimmen – schließlich, so die Botschaft, gründet die sich ja auf eine exzellente Wissenschaftsförderung.

Es gibt allerdings Themen, bei denen selbst die GWK kleinlaut wird. Die Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft ist so eines, seit vielen Jahren darf es in keinem Pakt und in keiner Zielvereinbarung fehlen. Doch was ist das Ergebnis all der Bemühungen? Die GWK formuliert es gerade erst wieder so : Der Anteil von Wissenschaftlerinnen sei an Hochschulen und Forschungsinstituten angestiegen, doch zeige sich, dass die Fortschritte "nur langsam erfolgen und der Handlungsbedarf anhält".

Machen wir es konkret. 2009 wurden 44,1 Prozent der Promotionen von Frauen abgeschlossen, zehn Jahre später ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Mo., 01.11.2021 - 14:05
Die Gleichstellungsthematik ist genauso ein ständig wiederkehrendes Thema wie die Befunde der sozialen Selektion in unserem Bildungs- und Wissenschaftssystem.



Hilflosigkeit und Ratlosigkeit ist dabei die dominante Situationsbeschreibung. Die Gesamtzahlen sind nicht erfreulich. Es wird aber z.T. noch schlimmer, wenn der Status der Gleichstellung nach Fachdisziplinen aufgedröselt wird. Dabei ergibt sich, dass die Gründe für die beobachtete lahme Dynamik fachspezifisch sehr unterschiedlich sind. Unterschiedliche Ursachen zeitigen wahrscheinlich auch unterschiedliche Handlungsansätze und Maßnahmen.

Kurz - die Gründe für zu wenige Professorinnen in den Ingenieurwissenschaften sind gänzlich anders gelagert als z.B. in der Medizin oder der Chemie.

#3 -

Heinar Apfelbacher | Di., 02.11.2021 - 14:28
Die Diversität bei Professoren wird leider zu häufig zur Frage um die Frauenquote reduziert. Wichtiger wäre besonders darauf zu schauen, welchen Hintergrund diejenigen haben, die es dann mal in der heutigen Zeit geschafft haben.



These (gepaart mit eigenen Beobachtungen): Nur diejenigen, die es sich leisten können jahrelang auf befristeten und schlechtbezahlten Postdoc-stellen im Nomadentum durch Die Welt zu ziehen kommen überhaupt in den Berufungsselektionsprozess. Das kann sich nicht jeder erlauben, erst recht dann, wenn kein üppiges Erbe auf einen wartet, oder man im Zweifel im Ingenieurbüro seines Vaters anheuern kann. Hier liegt nach meiner Meinung der größere Handlungsbedarf. Die soziale ...

#4 -

FS | Di., 02.11.2021 - 15:07
Ich kann Heinar Apfelbacher nur zustimmen. Es hilft der Diversität überhaupt nichts, eine Frau aus wohlhabenden Elternhaus einem gleichqualifizierten, alleinerziehenden Vater aus einer Arbeiterfamilie vorzuziehen, nur, weil sie eine Frau ist.

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