Blick zurück (20)
Deutsche Abiturienten stürmen die Hochschulen wie nie zuvor – erschienen in der ZEIT am 02. Dezember 2010.
Die große Studentenbewegung

Hörsaal an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main (2008).
Foto: Goethe-uni, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons.
SELBST EXPERTEN RIEBEN sich die Augen, als das Statistische Bundesamt in der vergangenen Woche neue Daten vorstellte: Fast 443.000 junge Menschen haben sich in diesem Jahr an deutschen Hochschulen eingeschrieben, die Studentenzahl sprang auf insgesamt 2,2 Millionen – ein sensationeller Allzeitrekord. Satte 46 Prozent eines Altersjahrgangs haben sich 2010 für ein Studium entschieden.
Der Anteil der Studienanfänger liegt damit deutlich über der politisch gesteckten Zielmarke von 40 Prozent – erst zum zweiten Mal in der Geschichte. Sollte sich die Studienanfängerquote in den kommenden Jahren auch nur annähernd auf diesem Niveau halten, bestünde sogar die Chance, dass die Bundesrepublik, lange für ihren Akademikermangel gescholten, zum internationalen Mittelfeld aufschließen könnte. Im Hinblick auf den befürchteten Fachkräftemangel wäre dies eine Verheißung zur rechten Zeit.
Über alle Fächer verteilt stieg die Zahl der Erstsemester um vier Prozent. Frappierend ist die gegensätzliche Entwicklung in den alten und neuen Bundesländern: Während der Westen durchweg Zuwächse verzeichnet, ist die Zahl der Erstsemester im Osten fast ...
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