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25 Jahre Studienreform: Kein Aufreger mehr

Der Bologna-Prozess ist ein Vierteljahrhundert alt. Und niemand lamentiert. Dabei hatten viele den großen Niedergang der Hochschulbildung kommen sehen. Doch auch zum großen Feiern fehlen die Gründe.

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Artikelbild: 25 Jahre Studienreform: Kein Aufreger mehr

Wurde hier in der Aula Magna der Universität Bologna am 19. Juni 1999 unterzeichnet: die Bologna-Deklaration . Foto: Goldmund100 (talk | contribs) , CC BY-SA 3.0 .

IST IHNEN etwas aufgefallen? Nein? Eben. Am Mittwoch ist die Bologna-Deklaration 25 Jahre alt geworden, doch keiner redet mehr darüber. Vermutlich hätte auch ich diesen Jahrestag verpasst, wenn nicht zumindest der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eine Pressemitteilung herausgegeben hätte zur Würdigung der "Errungenschaften der europaweiten Hochschulreform".

Das stillschweigend-achselzuckende Begehen dieses Jubiläums ist erstaunlich angesichts der an Kulturkämpfe erinnernden Auseinandersetzungen an vielen deutschen Hochschulen, als vor allem die angestammten Abschlüsse Magister und Diplom gegen die international üblichen gestuften Grade "Bachelor" und "Master" ersetzt wurden.

Warnung vor mittelalterlichen Verhältnissen

"Ein Bachelor in Physik ist nie im Leben ein Physiker", sagte der inzwischen verstorbene frühere Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler. Die FAZ prophezeite, die Studienreform werde zu einem "durchgängig niedrigeren" akademischen Niveau führen. Und der damalige Dekan der Medizinischen Fakultät der Frankfurter Goethe-Universität, Josef Pfeilschifter, warnte vor der Rückkehr der mittelalterlichen "Bader". ...

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Kommentare

#1 -

na ja | Do., 04.07.2024 - 10:23
Ja, keiner lamentiert mehr, aber viele haben einfach nur resigniert. Es wird noch sehr sehr lange dauern, bis aus dieser Reform etwas sinnvolles wird. Wenn überhaupt. Bislang ist hauptsächlich überbordende Bürokratie und Verrechtlichung festzustellen und der Druck auf Studenten ist größer geworden.

#2 -

Axel Minkowski | Di., 09.07.2024 - 17:30
Es ist sicher ein sehr komplexes Thema, aber #1 ist auf jeden Fall beim Aspekt der "überbordenden Bürokratie und

Verrechtlichung (welch nette Beschreibung)" beizupflichten.

Es ist sicher gut, wenn man mit dem Bachelor einen berufs-

qualifizierenden Abschluss hat. Aus vielen Jahrzehnten sind mir aber immer noch ganz hervorragende Vor- und Diplom-Prüfungen von engagierten Studenten in Erinnerung. Man kann es vielleicht so formulieren: Sehr gute Studierende kommen mit jedem System zurecht; für weniger gute (aber

fleißige) ist das aktuelle Regime vielleicht günstiger.

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