Wieder Politik für die Mehrheit machen
Was sich aus der AfD-Schlappe in Hamburg lernen lässt – und was das für die Reform der Schuldenbremse bedeutet. Ein Kommentar.

GERN WIRD MIT DEN AFD-WAHLERFOLGEN in Thüringen, Sachsen oder anderswo im Osten argumentiert, wenn es heißt, die Politik müsse wieder mehr auf die echten Sorgen der Menschen hören. Nach den Bürgerschaftswahlen in Hamburg, bei denen die Partei von Alice Weidel und Bernd Höcke gerade einmal 7,5 Prozent eingefahren hat, schlagen kluge Leute vor, dass wir genauso auf die Botschaft der Wähler in der Hansestadt achten sollten.
Das alles beherrschende Thema im Bundestagswahlkampf war die angeblich außer Kontrolle geratene Migration. Sicherlich nicht für alle AfD-Wähler der ausschlaggebende Grund, hier ihr Kreuzchen zu machen, aber für die große Mehrheit schon. Und Motivation für die Union, Ende Januar ihren "Fünf-Punkte-Plan" und das "Zustrombegrenzungsgesetz" im Bundestag zur Abstimmung zu stellen .
Was aber bedeutet es nun, wenn in Hamburg rund 35 Prozent der Einwohner aus Einwandererfamilien stammen, in Thüringen, wo die AfD mit 38,6 Prozent das beste Bundestagswahl-Ergebnis aller Bundesländer erreichte, aber nur neun Prozent? Provozierend könnte man schlussfolgern, dass diese neun Prozent in Thüringer reichlich viel Ärger machen müssen im ...
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