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Aufregung über ein Symptom

Die DFG erlaubt Künstliche Intelligenz in Gutachten – und erfährt heftigen Gegenwind. Doch die eigentliche Krise ist nicht eine KI-Nutzung, die sinnvoll sein kann, sondern das überhitzte Drittmittelsystem.
Vektorgrafik zeigt Roboter und Mensch an Schreibtischen mit Laptops bei der Zusammenarbeit.

Grafik: pch.vector / freepik.

ALS DIE DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT (DFG) am 15. Dezember mitteilte , künftig die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Begutachtung zu erlauben, schien das im Vorweihnachtsfieber kaum noch jemand mitzubekommen. Jetzt ist das neue Jahr ein paar Tage alt, und die Nachricht schlägt Wellen, vor allem in den sozialen Medien. "Eine Katastrophe", schrieb der Hohenheimer Lebensmittelchemiker Simon Hammann am Freitag auf BlueSky "Wir entmündigen uns selbst." Wenig später griff "IchbinHanna"-Mitinitiatorin Amrei Bahr den Post auf: Wenn die DFG "sich selbst und die deutsche Wissenschaft nachhaltig beschädigen will, ist sie auf einem außerordentlich guten Weg, Gratulation!" Seitdem brummen die Kommentarspalten, inklusive "#DefundDFG".

Tatsächlich gibt es gute Gründe, die DFG-Finanzierung kritisch zu diskutieren, doch ist sie nur eine Facette eines umfassenderen Problems. Alle beklagen seit vielen Jahren die Schieflage zwischen notorisch unzureichenden Unihaushalten und der dynamisch wachsenden Projektförderung. Der Drittmittel-Anteil an der Hochschulfinanzierung befindet sich laut DFG-Förderatlas 2024 auf historisch hohem Niveau. Derweil zeigt, obwohl Politiker aller Couleur regelmäßig ihr Problembewusstsein betonen, die aktuelle Krise das gewohnte Bild: ...

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Kommentare

#1 -

Gast | Mo., 12.01.2026 - 14:02

Der Kommentar trifft das hier beschriebene Problem in klarer Weise. Ich werde meine Gutachten zwar auch weiterhin ohne KI schreiben, aber das eigentliche Problem ist die bisherige Drittmittelförderung. 

#3 -

Gast | Fr., 16.01.2026 - 09:01

"Ein erster wichtiger Schritt sollte sein, die Deutsche Forschungsgemeinschaft aus dem Pakt für Forschung und Innovation herauszunehmen und ihren Haushalt über längere Zeit nicht oder kaum noch wachsen zu lassen." Glauben Sie denn wirklich, dass - sofern der Geldregen tatsächlich an den Unis ankommen würde - (Uni-Finanzierung ist Ländersache und nur über wenige Ausnahmen, z.B. Art. 91 b GG möglich) dieses Geld tatsächlich bei den Forschenden ankommen würden? No way! Erst würden damit Gebäude saniert. Auch wichtig. Aber es würde nicht in Personalmittel für Forschung fließen, sprich, uns Forschende keinesfalls vom Schreiben von Drittmittelanträgen entlasten! Und die Verknüpfung, wie "KI-Hinweise ...

#3.1 -

jmwiarda Fr., 16.01.2026 - 09:15

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

Es gibt da einen recht einfachen Weg: Man könnte den Aufwuchs der DFG (oder eher einen Teil davon) nutzen, um den Zukunftsvertrag zusätzlich zu dynamisieren. Und ja, das käme der Lehre, nicht der Forschung zugute. Meines Erachtens zu Recht. Hätte einen interessanten Nebeneffekt: Hier müssten die Länder 50 Prozent kofinanzieren. Bei der DFG 42 Prozent. Ergo: Für jeden Bundeseuro müssten die Länder sogar etwas mehr kofinanzieren – ein gewisser Nettogewinn für die Hochschulen. Beste Grüße!

#3.1.1 -

Gast | Sa., 17.01.2026 - 09:52

Antwort auf von jmwiarda

Das ist ein Vorschlag, den man durchaus diskutieren könnte, aber was hat das dann mit erlaubter KI bei Gutachten zu tun?

Ich versuche das mal: Es bräuchte eventuell insgesamt weniger Gutachten (und dann vielleicht keine KI??), wenn die Hochschulfinanzierung von Professuren verstärkt würde, also z.B statt nur zwei Landesstellen für eine Professur nun drei. Dann würde möglicherweise etwa ein Antrag in drei Jahen weniger gestellt (von wievielen ist unklar, das ist ja sehr individuell).  Aber die Unis müssten dann entscheiden WER den Personalaufwuchs bekommt (allen Profs dies zu gewähren ist uptopisch und wegen Verbrauchsmitteln schreibt man ja meist keinen DFG-Antrag!). ...

#3.2 -

Aus einer Berl… | Fr., 16.01.2026 - 11:03

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

 

Ich finde die Problembeschreibung im Artikel auch zutreffend - aber kann den vorgeschlagenen Maßnahmen keinesfalls zustimmen. In vielen Bundesländern wird praktisch jeder Euro, der vom Bund zur Stärkung der Unis an die Länder fliesst, entweder gar nicht weitergeleitet oder sehr bald an anderer Stelle gekürzt. Wenn solches Geld in die Sanierung von Gebäuden fliuessen würde, wäre man ja schon sehr froh - tatsächlich kommt aber (mittelfristig) überhaupt nichts an. Dieses Schicksal würde ich auch für Mittel befürchten, die vom DFG Budget an die Länder umgeleitet wird.

 

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