Großartig nicht, aber doch bemerkenswert
Internationalisiert sich Deutschlands Wissenschaft wirklich so dynamisch, wie die Politik es behauptet? Ein Blick ins Kleingedruckte der heute veröffentlichten Studie "Wissenschaft weltoffen".

ERSTMALS STUDIEREN MEHR als 350.000 Menschen mit ausländischem Pass in Deutschland. Damit werde die von Hochschulen und Politik für 2020 gesteckte Zielmarke schon jetzt übertroffen, berichten Bundesforschungsministerium und Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) anlässlich der heute erschienenen Jahresstudie „ Wissenschaft weltoffen “ – und nutzen die Gelegenheit gleich für ein wenig Eigenlob. „Das ist ein großartiger Erfolg unserer Internationalisierungsbestrebungen und spricht für die Qualität und Attraktivität unseres Wissenschaftssystems und unserer Mobilitätsangebote“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).
Angesichts der tatsächlich erstaunlich guten Zahlen sei es ihr gegönnt: Selbst der von Berufs (Oppositions) wegen kritische grüne Bildungspolitikexperte Kai Gehring zog sich in seiner ersten Reaktion auf Gemeinplätze zurück. „Internationalisierung ist kein Selbstläufer“, erklärte er.
Bei aller Freude ist als zweite Reaktion indes ein differenzierterer Blick angebracht. Der fängt schon bei der Zahl 357.800 an, der heute offiziell vom Statistischen Bundesamt vermeldeten Zahl der ausländischen Studenten im Jahr 2017. Sie beinhaltet auch die so genannten Bildungsinländer, also Absolventen deutscher Schulen, die hier dauerhaft leben. Die Studie "Wissenschaft weltoffen" selbst, die jedes Jahr von ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen