Verlorene Kompetenz
Viele erfahrene Bildungspolitiker sind im neuen Bundestag nicht mehr dabei. Das hat nicht nur mit Pech zu tun.




Özcan Mutlu, Simone Raatz, Rosemarie Hein, Michael Kretschmer Fotos (von oben links im Uhrzeigersinn)
ZUM BEISPIEL ÖZCAN MUTLU, vier Jahre lang Fraktionssprecher für Bildungspolitik: Kaum ein Abgeordneter setzte so viele Pressemitteilungen ab wie der Grüne, wenige kämpften so leidenschaftlich für mehr Chancengerechtigkeit und – vor allem – für mehr Bundeszuständigkeit in der Bildung.
Zum Beispiel Michael Kretschmer, zuletzt Vize-Vorsitzender der CDU-/CSU-Fraktion, verantwortlich für Bildung, Forschung, Kultur: Der kennt sich aus, sagten sie über ihn, der kann auch mit den Forschungspolitikern der anderen Parteien. Kurz vor der Wahl spekulierte die ZEIT, Kretschmer, seit 2002 im Bundestag, könnte Chef im Bundesbildungsministerium werden.
In zwei Wochen trifft sich erstmals der neu gewählte Bundestag. Viele erfahrene Experten für Bildung und Wissenschaft werden nicht mehr dabei sein. So geht Demokratie, und doch ist es bitter zu sehen, wenn dem Parlament so viel Kompetenz auf einmal verloren geht – Kompetenz, die nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun hat. Kretschmer verpasste sein Direktmandat, Mutlu hatte seine Partei auf Listenplatz vier in Berlin gesetzt. Die ersten drei kamen rein. >>
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