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Wo wollen wir hin?

Das Netzwerk Wissenschaftsmanagement möchte eine Debatte zur Zukunft der Organisation Hochschule anzetteln. Zum Glück läuft die schon.

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Artikelbild: Wo wollen wir hin?

Foto: geralt/Pixabay

DERZEIT ERLEBEN POSITIONSPAPIERE eine erstaunliche Renaissance. „Wer liest die denn?“, hieß es vor nicht allzu langer Zeit über derlei Schriften, die meist in großer Runde und in langwierigen Diskussionsprozessen entstehen – so groß und so langwierig, dass am Ende kaum noch Unrundes übrigbleibt.

Doch in letzter Zeit haben einige Positionspapiere tatsächlich starke Reaktionen ausgelöst. Die Junge Akademie forderte „ Departments statt Lehrstühle “, das Forum Hochschulräte warnte vor der Übermacht der Professoren, und das Promovierenden-Netzwerk N² widersprach per Positionspapier Bundesforschungsministerin Wanka, dass Wissenschaftlerkarrieren „immer attraktiver“ würden. Sogar die Wissenschaftsminister der 16 Länder meldeten sich in einer gemeinsamen – wenn auch nur halbseitigen – „ Berliner Erklärung “ zu Wort.

Bedeutet die Vielzahl scheinbar oder tatsächlich konzeptionell angelegter Wortmeldungen, dass der Ideenwettbewerb um die bestmögliche Zukunft für unser Wissenschaftssystem an Kreativität zunimmt – oder erleben wir das Auseinanderbrechen der wissenschaftspolitischen Debatte in die Formulierung klientelhafter Einzelinteressen?

Zweifellos ist da etwas in Bewegung geraten: Eingefahrene Organisationsstrukturen werden hinterfragt, es werden argumentative Linien gezogen zwischen den vorhandenen Freiräumen für die einzelnen Wissenschaftler auf der einen Seite und gegenseitigen Abhängigkeiten ...

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Kommentare

#1 -

Florian Bernstorff | Fr., 01.12.2017 - 17:08
Die in dem Diskussionsbeitrag aus dem Netzwerk vorgeschlagene Perspektive darf m. E. nicht als Relativierung des individuellen Grundrechts freier Forschung und Lehre missverstanden werden. Ebenso wenig wird darin ein Gegensatz von individueller und organisationaler Wissenschaftsfreiheit konstruiert.



Wissenschaftseinrichtungen wurden lange Zeit nur als öffentlich organisierte Institutionen betrachtet, die als sozialer Ort für die individuellen Träger*innen von Wissenschaftsfreiheit fungieren. Die drastisch veränderten politischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Erwartungen heutzutage führen aber dazu, dass die jeweilige organisationale Verfasstheit der Wissenschaftseinrichtungen reale praktische Bedeutung dafür hat, wie gut oder nicht so gut in ihnen geforscht und gelehrt werden kann.



Diese Frage, wie Wissenschaftsfreiheit nicht mehr ...

#2 -

René Krempkow | Di., 12.12.2017 - 12:57
Auch in der Forschung wird seit einiger Zeit verstärkt die Frage diskutiert, welche Steuerungsmodelle für die Leistungserbringung von Hochschulen am besten angemessen sind: Ist es ein Mehr an Hochschulautonomie, verbunden mit mehr managerialen Steuerungselementen? Oder ist es angemessener, wenn Hochschulen im Wesentlichen als „specific organisations“ betrachtet werden? Letzteres würde weniger manageriale Steuerung implizieren, ließe dann allerdings (zumindest in Deutschland) eher keine deutlich weitergehende Hochschulautonomie erwarten. Es gibt hierzu inzwischen Versuche, sich – angelehnt an theoretische Ansätze – auch quantitativ-empirisch dem Thema Hochschulautonomie und ihren Zusammenhängen mit der Performanz von Hochschulen zu nähern. So wird in einem dieser Versuche der Frage ...

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