Dealing with Diversity – schwieriger als erwartet?
Es reicht nicht, die wachsende Vielfalt unter Studierenden demonstrativ toll zu finden. Von Jeffrey Peck.

SCHON DER BEGRIFF. Diversity . Eigentlich beschreibt er die deutsche Debatte gar nicht in all ihren Facetten, und doch hat er es im Deutschen zum Synonym für etwas gebracht, wofür man eigentlich sein sollte, wovon man aber glaubt, dass es jede Menge Ärger macht. Und zwar nicht nur an der Hochschule, sondern in der Gesellschaft schlechthin.
Der Umgang mit Diversität ist zu einer der Kernfragen im politischen Schlagabtausch um die sogenannte Flüchtlingskrise geworden, auch wenn der Begriff Jahre vorher kursierte. Denn natürlich war der gesellschaftliche Alltag der Bundesrepublik schon vor 2015 durch eine zunehmend heterogene Bevölkerung geprägt, durch mehr sichtbare Vielfalt, mehr Farbe, mehr Lebendigkeit. Und ja, auch durch ein anschwellendes Konfliktpotenzial zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Doch wurde diese Entwicklung leider all zulange nicht in dem Umfang als Herausforderung wahr- und angenommen, wie sie es verdient gehabt hätte.
Als privilegierter "Ausländer" in Deutschland, als Amerikaner, der auch in Kanada gelebt hat, war und ist Vielfalt für mich der gesellschaftliche Normalzustand. In den "Multikulti-USA" bin ich aufgewachsen, dort habe ich meine Laufbahn als Professor begonnen. Beendet habe ich meine ...
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