Daumen rauf, Daumen runter
Wie das DHV-Barometer seit bald zehn Jahren die Stimmungen der Wissenschaftsszene anzeigt: Bernhard Miller hat es sich genauer angeschaut. Ein Gastbeitrag.

DIE DIFFERENZIERTE DISKUSSION ist ein Wesensmerkmal wissenschaftlichen Meinungsaustausches. Ein Merkmal auch, dass sich wohltuend oft auf die politische und administrative Beschäftigung mit Wissenschaft überträgt. Dass indes bei aller Differenzierung manchmal auch die akzentuierende Zuspitzung ihren Wert hat, wissen nicht nur die Anhänger von Debatten im British Parliamentary Style.
So lädt zum Beispiel der Deutsche Hochschulverband (DHV) in seinem Barometer einmal im Monat dazu ein, sich klar Pro oder Contra zu einem (meist) wissenschaftspolitischen Thema zu positionieren. Aktuell geht es dort um die Frage: "Ja zur Halbierung der Anzahl wissenschaftlicher Publikationen?" Die Kunst besteht darin, Themen zur Abstimmung zu stellen, die für die wissenschaftliche Community eine wirklich hohe Relevanz haben. Eine Kunst, die die Autorinnen und Autoren des DHV-Newsletters, in dem das Barometer erscheint, mit seinen (nach eigenen Angaben) über 37.000 Lesern oft erfolgreich unter Beweis stellen. So entstehen Schlaglichter auf das Wissenschaftssystem. Ganz klar: Schlaglichter. Denn das Barometer ist eine Online-Abstimmung, der jede Repräsentativität abgeht. Jedes Schlaglicht ist also abhängig davon, wer zufällig von einem Thema erfährt und es hinreichend wichtig findet.
Aber abgesehen von der Frage nach der Repräsentativität ...
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