Fragt doch mal bei denen nach, die die meiste Arbeit machen!
Deutschlands Forschungsförderung befindet sich in einer Schieflage. Und das liegt nicht nur daran, dass zu wenig Geld da ist. Ein paar Beobachtungen aus dem Maschinenraum der Wissenschaft. Von Susanne Wagner.

IN DEN USA, in Japan und anderswo feiert man seine Nobelpreisträger – in Deutschland die nächste Runde der Exzellenzcluster. Was ich gern wissen würde: Sind die Instrumente unserer Forschungsförderung wirklich geeignet, um international mithalten zu können?
Ich bin sicher, dass sich viele schlaue Menschen zu dieser Frage viele kluge Gedanken gemacht haben. Es gibt dazu bestimmt jede Menge Gutachten und Statistiken. Studien, die zweifelsfrei belegen sollen, dass die derzeitige Zuwendungspolitik der richtige Weg ist. Mit Exzellenzförderung, mit Sonderforschungsbereichen und vielem mehr, auch auf EU-Ebene.
Ich dagegen bin nur eine kleine Wissenschaftlerin, die seit fast 30 Jahren in der biomedizinischen Forschung unterwegs ist. Mal in der Industrie, mal in der Uni, mal als Mitarbeiterin in einem Start-Up und auch immer wieder als Freiberuflerin. Meine gesamte bisherige Karriere über habe ich dasselbe Ziel verfolgt: die derzeit vielzitierte "Translation". Die Forschung soll beim Menschen ankommen. In Form eines eisenbasierten, gut verträglichen Konstrastmittels für die Magnetresonanztomographie zum Beispiel, das ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - "Ist das in den USA, wo die meisten Nobelpreisträger in…
Anders heru ist es: wer in den USA keinen Grant hat, dem gehen die Lichter im Labor aus und man hat schnell nur noch einem Raum für sich.
Hier hingegen haben wir auch ohne grants ein Budget und Mitarbeiter.
Daraus würde ich jedoch nicht ableiten, dass wir hier die Turbo-Konkurrenz einführen sollten. Die Lage ist komplexer als nur die Forschungsförderung zeigt.
#2 - Habe selbst 4 Jahre in den USA gearbeitet (an einer…
https://www.sciencemag.org/careers/2017/07/another-tenure-track-scientist-bites-dust
https://www.insidehighered.com/views/2016/07/25/undesirable-consequences-growing-pressure-faculty-get-grants-essay
https://www.the-scientist.com/careers/follow-the-funding-35541
Ich kenne keinen US-Kollegen der fest angestellte Mitarbeiter hat, die auch ohne Grants bezahlt werden können. Alle sind völlig überrascht, wenn ich ihnen erzähle, dass ich meine Forschung auch ohne Grants machen kann, so etwas gibt es dort einfach nicht - vielleicht mit einer Ausnhame: HHMI Investigatoren bekommen ...
#3 - Nach einigen Stationen im öffentlichen Dienst bin ich nun…
"Warum darf man als Wissenschaftler in Deutschland nicht selbstständiger sein? Halten sie einen für so dumm, dass man sein Budget nicht selbst verwalten darf? Es heißt, die Gesetze und Regeln sollen der Vorteilsnahme vorbeugen. Das ist nachvollziehbar und wichtig. Doch ist die Forschung eben auch frei. So steht es im Grundgesetz, und man sollte die Gesetze zur Auftragsvergabe entsprechend anpassen. Ich kann versichern, dass alle Wissenschaftler, die ich kenne, sehr wohl in der Lage sind, ...
#4 - Vielen Dank für die Kommentare.Ich betone, dass ich nur…
Ich betone, dass ich nur für den Bereich spreche, in dem ich unterwegs bin.
Ich vergleiche mal die führende medizinische Fakultät der USA, die Harvard Medical School mit zwei deutschen medizinischen Fakultäten, die man derzeit als führend wahrnimmt.
Harvard Medical School (strenge Trennung zwischen Krankenversorgung und Forschung/Lehre) dann sehe ich eine Grundfinanzierung (Endowement) von 183 Mio US $ und 280 Mio Grants und Spenden. Nun ja in den USA gibt es halt das Spenden-Gen bei den Wohlhabenden.
https://hms.harvard.edu/about-hms/facts-and-figures/financial-report
Studenten (ich bleibe bei der alten Nomenklatur) sind es 718 MD und 875 PhD gemäß der aktuellen ...
#5 - Habe ich das richtig verstanden? Sie haben die seit Jahren…
Nnur zur Information: "Endowment" bedeutet nicht Grundausstattung. Endowment ist das private Geld, das die private Universität als Finanz-Stock nutzt. Bei Harvard sind das über 37 Milliarden US$ (zum Vergleich: NIH Budget: ~30 Mrd US$, DFG Budget ~3 Mrd €).
Harvard hat also so zehnmal soviel Geld zur Verfügung wie die gesamte DFG für ganz Deutschland im Jahr ausgibt. Das Gesamt-Budget ...
Neuen Kommentar hinzufügen