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Keine Lust auf Gestern

Die Beziehung zwischen Promovierenden und Promotionsbetreuern ist eine besondere. Sie mit veralteten Familienbegriffen zu belegen, greift aber daneben. Eine Replik von David Willmes.

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Artikelbild: Keine Lust auf Gestern

David Willmes. Foto: Jürgen Gocke .

WORUM GEHT ES? Um Sätze wie diese: "Wenn Profesorinn_en ihren Doktorandinn_en akademische Eltern sein wollen, dann begeben sie sich in die Verantwortung einer längerfristigen, möglicherweise lebensbestimmenden Perspektive hinein. Genau wie echte Eltern es tun."

Jeffrey Peck will in seiner Kolumne Verständnis wecken für die "emotionalen Abhängigkeiten" im Betreuungsverhältnis. Doch in den Ohren hochqualifizierter Promotionsaspiranten klingt seine Eltern-Analogie entmündigend. Sie sollen in dem Familienstück offenbar die Rolle der akademischen Adoptivkinder spielen.


Wie sehen Sie das? Lesen Sie den Beitrag von Jeffrey Peck:

In spite of #MeToo – Plädoyer für eine wertvolle akademische Tradition

Warum die Beziehung zwischen Doktorvater, Doktormutter und Doktorand doch eine wundervolle Sache sein kann. >>>


Peck hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Beziehung zwischen Promovierenden und Betreuenden als "wertvolle akademische Tradition" zu erhalten. Das ist löblich – aber warum sieht er sie in Gefahr? Die Überschrift seines Beitrags, die mit "In spite of #MeToo" beginnt, lässt erahnen, dass es ihm um die Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch geht. Konkret nennt er aber nur die Affäre ...

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Kommentare

#1 -

Jakob Wassink | Mi., 07.11.2018 - 20:23
Ein sehr schöner Beitrag!



Ich habe nur die traurige Befürchtung, dass in nicht zu ferner Zukunft, Personen eine Promotion aufnehmen, die eine elterliche Führsorge brauchen, wünschen und zulassen.



Die Hochschulen setzen hier eine kostbare Tradition aufs Spiel, wenn sie nicht endlich Studienanfänger intensiv zur wissenschaftlichen Arbeit befähigen und den Studierenden im weiteren Studienverlauf zutrauen, selbständig über ihren Lernprozess und die Prüfungsvorbereitung zu entscheiden.

#2 -

Koordinatorin … | Di., 20.11.2018 - 15:03
Menschlich mag ein Doktorand schon von einer engen Beziehung zum Betreuer der Doktoratsphase profitieren. Schliesslich haben Professoren ihren Promovenden jahrelange Erfahrung im System Wissenschaft und seinen Fallstricken voraus. Sie überblicken ihr Fach, sie können vor Modethemen warnen, wie sie durch Doktorandenschulen flächendeckend kultiviert wurden. Drittmittelfinanzierte Promotionskollegs setzen einen Rahmen, z.B. welche Koryphäen des Fachs zitiert werden sollen. Innovation ist eher durch freie Doktoranden erwartbar, falls der Betreuer dies gelten lässt. Die Abhängigkeiten sind also einmal asymmetrisch-hierarchisch und einmal kollektivistisch, nach Gruppenerwartung des Kollegs und seine Gutachter. Vorteile hat die strukturierte Doktorandenausbildung, weil sie Zugänge zu Druckkosten, Kongressreisen, Auslandsinstituten und so ...

#3 -

Matthias Schober | Mi., 12.12.2018 - 20:30

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