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Ich wünsche mir, dass da noch mehr kommt

Stefan Kaufmann ist CDU-Obmann im Bundestagsforschungsausschuss. Zum ersten Mal äußert er sich ausführlich zur Amtsführung von Anja Karliczek. Warum die BMBF-Chefin sich mehr um die Forschung kümmern muss – und warum die Unionsparteien gut daran tun, die Klimaproteste ernstzunehmen: ein Interview.

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Artikelbild: Ich wünsche mir, dass da noch mehr kommt

Stefan Kaufmann. Foto: privat.

Herr Kaufmann, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) steigt im Augenblick spürbar in der Gunst der Medien und auch ihrer eigenen Parteifreunde. Die mit den Ländern ausgehandelten Wissenschaftspakte werden ihr zumindest teilweise als Erfolg zugeschrieben, mit dem Bafög und der Reform des Berufsbildungsgesetzes hat sie mehrere Vorhaben auf der Zielgeraden. Und in der Öffentlichkeit kommt die lange für ihre Passivität gescholtene Ministerin kämpferischer rüber. Hören wir von Ihnen einen Seufzer der Erleichterung?

In den vergangenen Wochen ist wirklich eine Menge passiert, zentrale Gesetzesvorhaben sind in der Pipeline, und tatsächlich sehe ich den Hochschulpakt als wichtigen Verhandlungserfolg des Bundesforschungsministeriums, vor allem gegenüber den Bundesländern. In Ihrer Aufzählung eben haben Sie übrigens unter anderem die Agentur für Sprunginnovationen vergessen, die kommt jetzt ja auch endlich. In der Gesamtschau ist das alles viel mehr, als man noch vor wenigen Wochen hätte erwarten können. Bei den Pakten war ich mir ehrlich gesagt selbst nicht so sicher, ob sie klappen. Insofern kann man sagen: Ja, die Ministerin hat geliefert. Aber natürlich handelt es sich auch um ein Ministerium mit vielen Möglichkeiten, auch finanziell, und da würde ich mir schon wünschen, dass da noch mehr kommt. Und vor allem wünsche ich mir, dass sich der Fokus wieder stärker auf die Forschung richtet. Dort liegen die Schwerpunktzuständigkeiten des Bundes im föderalen Gefüge.

Frau Karliczek, die immer die Gleichwertigkeit von Ausbildung und Studium betont, bevorzugt die Bildung und interessiert sich zu wenig für Wissenschaftsthemen: Ist es das, was Sie sagen?

Sie hat zu Bildungsthemen einen direkteren Zugang. Ein Interesse an der Wissenschaft will ich der Ministerin gern bescheinigen. Bislang hat sie noch zu wenige der Anregungen, die sie in Sachen Wissenschaft bekommen hat, aufgegriffen. Damit meine ich Anregungen aus den Hochschulen und Forschungsorganisationen, aber auch aus den Regierungsfraktionen. Da sollte sie aktiver werden und den intensiveren ...

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Kommentare

#1 -

David J. Green | Do., 13.06.2019 - 00:20
Es ist schon ein paar Wochen her, aber Kaufmanns implizite Aussage, die Länder könnten – auch jenseits des Hochschulpaktes – sich inzwischen einen höheren Beitrag zur Grundfinanzierung der Hochschulen leisten, hat sich in meinem Gedächtnis eingebrannt. Ob Sie vielleicht diesem Thema in etwas mehr Detail nachgehen könnten?

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