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Eine andere Lernkultur, auch nach der Krise

Kinder und Eltern brauchen jetzt eine Perspektive, wie es in Kita

und Schule weitergeht. Klar ist: Der Unterricht wird lange

anders laufen als vor Corona. Doch in der unvermeidbaren Digitalisierung liegt auch eine besondere Chance. Ein Gastbeitrag

der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken.

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Artikelbild: Eine andere Lernkultur, auch nach der Krise

Saskia Esken. Foto: Thomas Imo / Photothek.

FAMILIEN MIT KITA- UND SCHULKINDERN sind von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders betroffen. Neben den Sorgen um Gesundheit und Zukunft entstehen durch Jobverlust oder Kurzarbeit massive finanzielle Einbußen, auch bei Selbständigen brechen die Umsätze ein. Wer als Eltern Arbeit hat, muss sie – so gut es eben geht – mit der Betreuung der Kleinen und der Begleitung der Schulkinder im Home Schooling zusammenbringen. Eigentlich undenkbar – und dennoch wird es millionenfach geleistet.

Insofern ist es wichtig, dass Eltern jetzt eine Perspektive bekommen, wie es mit Kita und Schule weitergehen könnte, auch wenn wir die genaue Zeitabfolge der Öffnung noch nicht kennen. Die meisten Eltern sind sich längst darüber im Klaren, dass es eine Rückkehr zu Kita und Schule, wie wir sie kennen, noch sehr lange Zeit nicht geben wird. Umso drängender verlangen sie nach einer Vorstellung davon, wie eine eingeschränkte, aber verlässliche Betreuung aussehen ...

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Kommentare

#1 -

buchhaim | Di., 28.04.2020 - 14:18
Ich sehe hier ein großes, nicht adressiertes Problem: wer soll das leisten? Meine letzte Klasse hatte 33 Schülerinnen und Schüler. Das sind mindestens drei Kleingruppen. Also dreimal so viele Präsenzstunden, dazu auch Unterricht in Fächern, die ich nicht studiert habe. Das bedeutet zusätzlich mehr Vorbereitungszeit. Zusätzlich muss noch Material für den Fernunterricht vorbereitet und korrigiert werden. Auch wenn man das kollaborativ macht, muss es doch auf die eigene Lerngruppe angepasst werden.



Privat kümmere ich mich um meine eigenen Kinder, die auch ein Recht auf ihre Mutter haben.



Wie soll das funktionieren?

#2 -

Elternteil | Di., 28.04.2020 - 20:52
Auch aus Sicht der Eltern: wer soll das leisten? Eltern mit mehreren Schulkindern sollen Ihre Kinder dann in verschiedenen Schichten zur Schule bringen/abholen, den Überblick behalten, wer wann wohin muss, zu Hause zum Üben motivieren und gleichzeitig selbst im Homeoffice verfügbar sein, am besten per Videokonferenz - oder bei der Arbeit präsent? Während die Kinder, die gerade keine Schule haben oder nicht im Kindergarten sind, dann wo betreut werden? Wieder einmal wird komplett ohne die Eltern geplant. Von der Effektivität von all den digitalen Methoden mal abgesehen. Hier verweise ich auf Henning Beck, *Das neue Lernen heißt Verstehen*, der genau ...

#3 -

Walter | Sa., 06.06.2020 - 12:36
Das geht. Aber nicht von heute auf morgen. Kinder müssen von Anfang an an selbständiges Arbeiten herangeführt werden - Eltern als Hausaufgabenwächter oder -antreiber war schon immer eine Bankrotterklärung von Lehrenden und Schule. Es gibt viel Erfahrung in manchen Schulen mit Wochenplanarbeit, wo die Kinder ihren Plan machen und von Lehrern erfahren, wie man den überwacht und reagiert, wenn er nicht gepasst hat. Eltern sind für andere Aufgaben da: Geborgenheit liefern, Anteil nehmen, aber nicht dirigieren oder der Schule sogar in die Quere gehen, weil sie es seinerzeit anders gemacht haben. Und schon gar nicht zur Schule bringen. Kinder können ...

#4 -

M. Schikora | Mi., 15.07.2020 - 11:53
Die Grundidee ist uneingeschränkt zu befürworten. Das Ganze kann aber nur funktionieren unter der Bedingung einer erheblichen Entlastung der ohnehin bereits vor Corona überlasteten Lehrkräfte. Hierzu kann ich als aktiver Pädagoge allen Politikern das Buch ‚Lehrer werden!?‘ von Rainer Löwe empfehlen (ISBN 9783750479739; eBook: 9783751963695). Besser kann man den dringlichen Investitionsbedarf in die angestrebte ‚Bildungsrepublik Deutschland‘ – nicht nur, aber auch in die Digitalisierung – nicht begründen.

#6 -

Angela Lueder | Fr., 17.07.2020 - 00:18
Ja, so kann es gehen. Sollte aber nur als Übergang zur Ganztagsschule verstanden werden, denn die Schüler/ innen gehören in die Schule, weil sie die Lehrkräfte jederzeit als Ansprechpartner und die anderen Schülerinnen und Schüler zum Diskurs brauchen.

Ich war sehr dankbar, dass ich nach einer 1 1/2 -jährigen Fortbildung in einem ersten Schuljahr den Unterricht so organisieren konnte, dass die Kinder individuell und selbständig mit entsprechendem Material lernen konnten. Die fehlende Zeit der Halbtagsschule versuchte ich dadurch zu kompensieren, dass die Kinder am Ende des Vormittags sich selber die Hausaufgaben festlegten, deren Ergebnisse sie dann am nächsten Vormittag in ...

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