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Wenn sich keiner zuständig fühlt

Die Hochschulen klagen über einen milliardenschweren Sanierungsstau. Doch der hat nicht nur mit fehlendem Geld zu tun. Ein Gastbeitrag von Jana Stibbe.

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Artikelbild: Wenn sich keiner zuständig fühlt

Foto: Pxhere , CC0

AUF DEN ERSTEN BLICK scheint es vor Bauprojekten an den Hochschulen nur so zu wimmeln. Ständig werden Grundsteinlegungen und die Eröffnung neuer Hochschulgebäude von den Wissenschaftsministerien gefeiert. Wie passt dazu, dass die Hochschulkanzler*innen der Universitäten auf ihrer Jahrestagung im September den Abbau des Sanierungsstaus gefordert haben?

Ganz einfach: Der Neubau von Forschungsgebäuden, um den es sich bei den Jubel-Meldungen meist handelt, kann eben nicht den Verfall bestehender Hochschulgebäude verhindern. Er deckt nur den steigenden Bedarf, der dadurch entsteht, dass an den Hochschulen immer mehr geforscht wird.

Aus meiner Sicht gibt es zwei Gründe, warum sich die Bausubstanz gerade an den Hochschulen so problematisch entwickelt hat. Der erste sind unklare Regelungen und die Verteilung der Zuständigkeiten, was den Bau, Unterhalt und die Finanzierung von Hochschulgebäuden betrifft. Weniger freundlich könnte man von einer ungeeigneten Aufgabenverteilung sprechen.

Der zweite Grund: Die Politik hat in ihrer Finanzplanung nicht ausreichend berücksichtigt, dass die Anforderungen an Hochschulbauten sich von denen an andere öffentliche Gebäude unterscheiden. Und sie hat dabei auch die tatsächliche Lebensdauer der Bauten überschätzt.

Wer ist wofür zuständig, und welche Konsequenzen hat die Kompetenzverteilung?

Es mag ...

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Kommentare

#1 -

Steffen Prowe | Di., 11.12.2018 - 01:00
Danke für die diese umfassende, sehr gut reflektierende Darstellung der Friktionen Bau/Hochschulen!!

In der Tat erlebt man bei lange notwendigen und dann endlich bewilligten Neubauten genau den Spagat, dass die Hochschulen -wenn sie in den Planungsprozess über die Abfragen zu inhaltlichen Bedarfe sogar involviert werden, was sehr positiv ist!- dann dennoch vor dem Dilemma stehen, dass seitens der Bauträger plötzlich diese Bedarfe infrage gestellt werden. Auch Finanzierungen werden so gekürzt, dass zT noch nicht einmal aktuell notwendige Bedarfe in NEUBAUTEN (!!) adäquat gedeckt werden können.

Baumaßnahmen für die BILDUNG stellen stets langfristige Investitionen in die Zukunft der Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme ...

#2 -

Ulf Richter | Di., 11.12.2018 - 23:22
Ein wirklich guter Beitrag, der die Realität leider zutreffend beschreibt. Es gibt zur Auflösung des Dilemmas nicht die eine Lösung im Sinne von one sizes fits all aber sicherlich einige gute Ansätze. In NRW soll es ein Optionsmodell geben. Auch das könnte ein Weg sein, das unstrittige Problem zu lindern, wenn die Politik den Mut hat, neue Wege zu gehen.

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