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Ein umfassender, wissenschaftsbasierter Ansatz

Bücherschecks, datengestützte Schulentwicklung und ein 12-Punkte-Plan: Bildungsminister Steffen Freiberg sagt, wie er die Brandenburger Schüler aus dem Leistungstief holen will, was er jetzt vom Bund erwartet – und warum er die Wissenschaftlichkeit von PISA für unumstritten hält.

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Artikelbild: Ein umfassender, wissenschaftsbasierter Ansatz

Steffen Freiberg (SPD), 42, war seit 2016 Bildungsstaatssekretär in Mecklenburg-Vorpommern, seit 2022 in Brandenburg. Nachdem Rücktritt von Britta Ernstwurde er dort im Mai 2023 Minister für Bildung, Jugend und Sport. Foto: Sophie Weise / Ganz in Weise.

Herr Freiberg, Sie wollen Bücherschecks für fast drei Millionen Euro an Brandenburgs Schüler verschenken. Ihr neues Mittel gegen Bildungsarmut?

Wir hatten noch Restmittel aus dem Bundesprogramm "Aufholen nach Corona", und damit die nicht verfallen, haben wir uns entschieden, sie zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels in ein Bücherprojekt für unsere Schülerinnen und Schüler zu stecken. Es gehört zu den wesentlichen Erkenntnissen der aktuellen PISA-Studie, dass die Förderung von Sprach- und Lesefähigkeit die zentrale Voraussetzung ist für den Kompetenzerwerb in allen anderen Fächern, einschließlich der Mathematik. Wir schenken den Schülern aber nicht einfach Bücherschecks.

Sondern?

Fast alle Schulen im Land, von der Grundschule bis zum Gymnasium, erhalten je nach Schülerzahl Schecks, angefangen mit 500 Euro für die ganz kleinen bis rauf zu 11.600 Euro für die ganz großen Standorte. Die Schulen entscheiden dann, was sie damit machen und wie sie diese Bücher zielgerichtet für die Verbesserung der Sprach und Lesefähigkeit auch im Rahmen schulischer Bildungsprozesse nutzen und dabei den individuellen Bedarf der Schüler berücksichtigen. Das ist also nicht als reines Freizeitvergnügen gedacht.

Und wenn die Schüler finden, dass sie einen Comic brauchen, einen Fantasy-Roman oder einen Sportalmanach?

Solange diese Bücher nach Meinung der Lehrkräfte eine sinnvolle inhaltliche Gestaltungsperspektive bieten, aus ihrer Sicht zum Lesen und Weiterdenken anregen, ist alles denkbar. Es geht vor allem um das Lesen lernen, über Lesen üben in allen Formen. Die empirische Bildungsforschung zeigt, dass Unterrichtsmaterialien dann einen besonderen Lernerfolg erzielen, wenn sie einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen haben. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Bücher den Kindern und Jugendlichen gehören. Ein trauriges Ergebnis verschiedener Befragungen besteht nämlich darin, dass es Schülerinnen und Schüler auch ...

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Kommentare

#1 -

Hanna | Mi., 14.02.2024 - 18:02
Der 12-Punkte-Plan ist grundsätzlich zu begrüßen, wenn die Punkte auch entsprechend organisatorisch und finanziell gestützt werden.



Ein Schwerpunkt, den ich als Mittelbaulerin an der Universität überblicke, ist die Lehramtsausbildung. Wenn hier keine attraktiveren Stellen geschaffen werden, besteht weiterhin der personelle Kollaps in der Lehrkräftebildung: Die mit dem Land verhandelten Stellen zum Aufwuchs in der Lehrkräftebildung weisen durchgängig hohe Lehrdeputate auf (11 LVS), womit die eigene Qualifizierung Doktorat/Habilitation kaum möglich ist. Gleichzeitig sind die Stellen (ungerechtfertigterweise und nur aufgrund des im Gesetz unscharfen Qualifizierungsbegriffes) meist nach WissZVG befristet. Wer auf so einer Stelle arbeitet, weiß, dass er/sie ohne Doktorat/Habil nach 6 ...

#2 -

Nachfrage | Fr., 16.02.2024 - 12:57
@Hanna



Nur zum Verständnis:

- Es gibt in Brandenburg Promotionsstellen mit 11 Stunden LVS?



- Glaube ich, vermutlich sind es 4. Warum sollte jemand dann in 6 Jahren seine Promotion nicht schaffen können?



- Regen Sie in ihrem Kommentar an, länger laufende Promotionsstellen zu schaffen oder diese gleich ganz zu entfristen?



- Die klassischen Habil-Stellen früher hatten 8 Stunden LVS - da wurde viel habilitiert. Und die 3 Stunden mehr machen das jetzt unmöglich?



- In welchem Fachgebiet sind Sie denn tätig? Es scheint, dass in diesem Gebiet alle nach einer Qualifikation an der Uni dort bleiben wollen?





Danke für ...

#3 -

Hanna | Di., 20.02.2024 - 15:36
@ Nachfrage:

Ich spreche für das Lehramt.



Das Land Brandenburg hat den Universitäten im Zuge des benötigten Aufwuchses an Lehramtsstudienplätzen zwar viele neue Stellen genehmigt, zugleich aber hohe Deputate gefordert. Insgesamt sind es also nicht genug Stellen, damit in der Lehrkräftebildung Promovierende auf 4 LVS oder Postdocs auf 6 LVS (befristet) angestellt werden könnten.



Die Lösung der Universitäten (auch in anderen Bundesländern) ist es, Personen mit Masterabschluss oder Doktorat auf WiMi-Stellen mit im Regelfall 11 LVS anzustellen. Das wäre grundsätzlich ok, sofern diese nicht auch auf Basis des WissZVG mit dem Grund der "eigenen Qualifikation" befristet würden. Auch wenn die ...

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