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Kein Land in Sicht?

Sie sind die Hoffnungsträger für unsere Zukunft – heißt es. Wie kann es da sein, dass es uns heute kaum noch gelingt, den Kindern Schreiben, Lesen und Rechnen beizubringen? Nachfrage bei Olaf Köller vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik.

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Artikelbild: Kein Land in Sicht?

Illustration von Andreas Töpfer .

Herr Köller, wie ist das so als Bildungsforscher, wenn man eine schlechte

Botschaft nach der anderen verkünden muss?

Zum Glück muss ich ja nicht den ganzen Tag große Bildungsstudien vorstellen. Die meiste Zeit verbringe ich mit praxisnahen Forschungsprojekten, in denen es sehr konkret darum geht, Schule und Unterricht für Schülerinnen und Schüler besser zu machen. Zum Beispiel beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir die generative Künstliche Intelligenz zur Lern- und Leseförderung einsetzen können.

Wenn dadurch in einigen Jahren bei PISA und anderen Leistungstests wieder bessere Mittelwerte für Deutschland herauskommen, ist das umso schöner. Aber natürlich haben Sie Recht: Als einer, der seit über 20 Jahren das Bildungsmonitoring mitverantwortet und seit schon wieder über zehn Jahren immer schlechter werdende Ergebnisse für die Bundesrepublik erklären soll, frustriert mich vor allem eines: die Mut- und Handlungslosigkeit von Politikern in den Ländern und teilweise auch im Bund.

Es gibt Kultusminister, die der Auffassung sind, dass alles gar nicht so schlimm sei. Mit dem Krisengerede von einem angeblichen Bildungsnotstand werde nur die großartige Leistung all der Pädagogen und Bildungseinrichtungen entwertet. Trotzdem haben Sie öffentlich und mehrfach von einer dramatischen Lage an

den Schulen gesprochen. Warum?

 

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Artikelbild: Kein Land in Sicht?

Olaf Köller ist Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel und Ko-Vorsitzender der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz. Foto: IPN/Davids/Sven Darmer.

Wenn wir knapp 30 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland zur Risikogruppe in ...

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Kommentare

#1 -

Gundolf Wohlenz | Mo., 23.09.2024 - 16:10
Sg. Herr Wiarda, es wäre fein, wenn die ärgerliche Doppelung am Anfang des Interviews beseitigt würde.
Ferner ist es m.E. dringend notwendig, die Verschleuderung
von so vielen Milliarden für die Rente mit 63 zu kritisieren.
Auch die riesigen Mittel für die "Remilitarisierung" (Hilfe !?)
Deutschlands gehören auf den Prüftisch.

#2 -

Wolfgang Kühnel | Mo., 23.09.2024 - 17:47
"... die Länder schon 2012 gewarnt hat, dass sie gegensteuern müssten und, anstatt mit den Bildungsreformen nachzulassen, eher noch weitere drauflegen müssten. So wurden unter anderem weitere Initiativen zur Sprachförderung angeregt und gefordert, den Ganztag besser für die Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu nutzen. Doch der Widerstand in Teilen der Lehrer- und Elternschaft war so groß, dass man entschied, die Schulen möglichst in Ruhe zu lassen."



Im Klartext: "Die anderen sind Schuld, die Bildungswissenschaftler aber waren schon immer vorbildlich und allwissend." Dass man die Schulen "in Ruhe ließ", werden die Schulen selber wohl so nicht sehen.



Es gab doch ...

#3 -

Michael Felten | Di., 24.09.2024 - 11:30
Sicher, die weithin unterentwickelte Lehrerweiterbildung ist ein Problem - denn mehr Evidenzbasierung des Unterrichts wäre dringend vonnöten: Also weniger selbstorganisiertes Lernen und Eigenverantwortlichkeit der Schüler - weil dies gerade jüngere und schwächere überfordert; dafür bessere Aufgabentypen - sowie mehr strukturiertes und forderndes, lehrergelenktes und differenzierendes Arbeiten!



Allerdings lässt Herr Köller eine Reihe gravierender schulischer Belastungsfaktoren der letzten Jahre links liegen: den - zumindest grob fahrlässig herbeigeführten - Lehrkräftemangel; die vielerorts überstürzte, unausgegorene und unterfinanzierte Inklusion; sowie den Pferdefuß des Smartphones, der immer stärker zu Tage tritt: Schüler können sich auch deshalb zunehmend schlechter aufs Lernen konzentrieren, weil die Dramen von ...

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