"Ich bin eine große Freundin des Föderalismus"
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek reagiert auf die Ängste der Länder vor ihrem Machtanspruch in der Bildungspolitik. Und sie erklärt, wie sie sich künftig den Ausgleich zwischen Studium und Berufsbildung vorstellt.

Anja Karliczek. Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann
Frau Karliczek, seit Ihrem Amtsantritt haben Sie viel häufiger über Schule und Ausbildung als über Wissenschaft und Hochschulen gesprochen. Sehen Sie sich selbst eher als Bildungs- statt als Forschungsministerin?
Ich möchte das nicht quotieren. Letztendlich hängt gute Forschung von guter Bildung ab. Nur aus gebildeten Kindern können herausragende Wissenschaftler werden. Wichtig ist mir aber, dass wir beide Systeme, Bildung und Forschung, angesichts der radikalen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung vernünftig aufstellen. Im Bildungsbereich sind unsere Möglichkeiten als Bund allerdings begrenzter. Da sind wir nur für die berufliche Bildung zuständig. Künftig wollen wir auch die Verbesserung der Infrastruktur unterstützen. Wir sind aber nicht für die Lehrinhalte an Schulen zuständig.
Machen Sie sich da nicht ein wenig klein? Ob Digitalpakt, Ganztagsschule oder Kinderbetreuung: Viele Menschen warten auf Impulse vom Bund.
Ich bin eine große Freundin des Föderalismus. Wir müssen immer wieder verdeutlichen, dass der Bund auch nach der Grundgesetzänderung nicht der primäre Ansprechpartner für Schule und Kitas ist. Wir tragen zu deren Finanzierung nur einen Bruchteil des Geldes bei. Selbst die fünf Milliarden aus dem Digitalpakt ändern an der Tatsache nichts.
Anja Karliczek
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen