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Zehn Jahre danach

Was aus der Willkommenskultur wurde. Eine Serie in fünf Teilen. Teil 4.
Schattenriss von Fluechtlingen vor gelbem Hintergrund.

Der Migrationsforscher Rainer Bauböck sagte 2015, in zehn Jahren würden die Menschen Angela Merkel danken, weil die Aufnahme der Flüchtlinge nicht nur humanitär richtig, sondern auch zum Vorteil des Wirtschaftsstandorts Deutschland gewesen sei. Zehn Jahre danach, das ist jetzt. Und wenn man die politische Debatte verfolgt, hat man nicht den Eindruck großer Dankbarkeit. Was ist passiert? Als Journalist habe ich die sogenannte "Flüchtlingskrise" von Anfang an begleitet – und mich immer an dem Begriff gestoßen, weil er mir zu sehr nach Bedrohung und Überforderung klang, nicht nach einer demografischen Chance für eine alternde Gesellschaft. 



Im Frühjahr 2022, sieben Jahre nach 2015, stand Deutschland erneut vor einer massiven Fluchtbewegung – diesmal aus der Ukraine. In meinem Blog schrieb ich damals, wir dürften nicht wieder denselben Fehler machen wie sieben Jahre zuvor: unvorbereitet in eine Situation zu stolpern, die absehbar war. Vor allem die Schulen müssten auf das vorbereitet werden, was auf sie zukomme. Aber lesen Sie selbst. Meine Frage: Haben wir es tatsächlich besser gemacht als nach 2015?


07. März 2022

Bereitet die Schulen vor!

Das Mitleid mit den aus der Ukraine Geflüchteten ist groß. Doch haben wir schon die Dimensionen dessen begriffen, was da auch aufs deutsche Bildungssystem zukommt?

WER WISSEN WILL, worauf sich Deutschlands Politik – und damit auch Deutschlands Bildungspolitik – vorbereiten sollte, musste in den vergangenen Tagen nur ein wenig Zeit am Berliner Hauptbahnhof verbringen und beobachten, wie ein Zug nach dem anderen mit Geflüchteten aus der Ukraine eintraf. Mütter, Kinder, Großmütter. Ein paar Großväter. Gedränge, Durcheinander, Gesichter zwischen Erleichterung, Verwirrung und Verzweiflung. Szenen großer Hilfsbereitschaft. Geplanter und spontaner.

Es ist in so vielerlei Hinsicht eine andere Situation als 2015 und ...

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