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Zehn Jahre danach

Was aus der Willkommenskultur wurde. Eine Serie in fünf Teilen. Teil 5.
Schattenriss von Fluechtlingen vor gelbem Hintergrund.

Der Migrationsforscher Rainer Bauböck sagte 2015, in zehn Jahren würden die Menschen Angela Merkel danken, weil die Aufnahme der Flüchtlinge nicht nur humanitär richtig, sondern auch zum Vorteil des Wirtschaftsstandorts Deutschland gewesen sei. Zehn Jahre danach, das ist jetzt. Und wenn man die politische Debatte verfolgt, hat man nicht den Eindruck großer Dankbarkeit. Was ist passiert?

In meiner Serie "10 Jahre danach" habe ich auf frühere Interviews, Analysen und Kommentare zurückgeblickt – über geflüchtete Lehrerinnen, über Studien zur Integration von Kindern und Jugendlichen, über Kitas und Schulen, die weit mehr leisteten als viele erwartet hatten, und über den Appell nach Beginn des Ukraine-Krieges: „Bereitet die Schulen vor!“

Doch spätestens 2024 zeigte sich, dass die eigentliche Krise nicht die Migration war – sondern die Art, wie Politik und Öffentlichkeit über sie reden. In einem Essay schrieb ich damals über den gefährlichen Rechtsruck, das Übernehmen rechter Narrative bis tief in die demokratischen Parteien hinein – und darüber, wie sehr das die Demokratie selbst unter Druck setzt. Der fünfte und letzte Teil meiner Serie.


11. September 2024

Demokraten mit Heimweh

Indem Union, SPD und FDP weiter nach rechts steuern, setzen sie europäische Ideale aufs Spiel und riskieren sie ihre gemäßigte Stammwählerschaft. So schaden sie sich selbst und der Demokratie. Ein Essay im Wiarda-Blog, der wenig mit Bildung und nichts mit Forschungspolitik zu tun hat? Ja. Weil er genau jetzt sein muss.

VERGANGENE WOCHE schrieb ich : Das Übernehmen rechter Narrative bis weit in die SPD hinein ist nicht Ausdruck einer Wiederannährung an verloren gegangene Wählerschichten, sondern ein Spiel mit der Demokratie. Am Ende macht es das Original – die AfD – nur noch attraktiver als alle Nachmacher. Während die wirkliche gesellschaftliche Mehrheit – die Mehrheit, die an Pluralität, unveräußerliche Menschenrechte und demokratische Prozesse glaubt – beginnt, sich ihrerseits zu entfremden von den Parteien, die ...

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