"Wenn nicht jetzt, wann dann?"
Das Präsidium der Hochschulrektorenkonferenz äußert "große Sorge" über wachsende Angriffe auf Chancengerechtigkeit und Teilhabe. HRK-Vizepräsidentin Angela Ittel über die veränderte Grundstimmung an Hochschulen, die Verantwortung der Hochschulleitungen – und warum Diversität kein "Nebenzweck" ist.

Angela Ittel ist Präsidentin der TU Braunschweig und HRK-Vizepräsidentin für Internationales, Gleichstellung und Diversität. Foto: Kristina Rottig / TU Braunschweig.
Frau Ittel, das Präsidium der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dem Sie angehören, hat Anfang der Woche eine Erklärung veröffentlicht, Überschrift: " Gleichstellung und Vielfalt sind Bestandteil strategischer Hochschulentwicklung ". Darin heißt es unter anderem: "Mit großer Sorge beobachten die Hochschulen, dass Grundsätze der Chancengerechtigkeit und der diskriminierungsfreien Teilhabe zunehmend pauschal infrage gestellt und öffentlich diskreditiert werden. Solchen Entwicklungen tritt die HRK entschieden entgegen." Warum gerade jetzt dieses Statement?
Vor zwei Jahren hat die HRK eine Entschließung verabschiedet, in der sie sich zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei Berufungen bekannt hat. Inzwischen haben 118 HRK-Mitgliedshochschulen die dazu gehörende Selbstverpflichtung ratifiziert. Jetzt geht es um einen anderen, noch grundsätzlicheren Aspekt: die generelle Bedeutung von Chancengerechtigkeit, Gleichstellung und Vielfalt an Hochschulen – und die strategische Verantwortung der Hochschulleitungen, die damit einhergeht. Wenn Sie fragen: „Warum jetzt?“, so ist meine Antwort eine Gegenfrage: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Wir ...
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