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Eine Chance auch für die Universitäten

Wie das Promotionsrecht für HAWs auch die Qualitätsdebatte an den Universitäten in Schwung bringt. Ein Gastbeitrag von Martin Wortmann.

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Artikelbild: Eine Chance auch für die Universitäten

Martin Wortmann ist Präsident und Geschäftsführer der Rheinischen Fachhochschule Köln und Vorstandmitglied der Landesrektorenkonferenz NRW.Foto: RFH, Pillippe Moosmann.

DAS PROMOTIONSRECHT FÜR HOCHSCHULEN für angewandte Wissenschaften (HAW) wird heiß diskutiert – in Nordrhein-Westfalen so richtig, seit die HAWs es über ein gemeinsames Promotionskolleg erhalten sollten. Am Montag wurde der Vertrag zum "Promotionskolleg für angewandte Forschung in NRW" unterzeichnet, damit ist es offiziell errichtet.

Besonders von den deutschen Universitäten kam und kommt Widerspruch. Doch vernachlässigen die Kritiker das wissenschaftliche und innovative Potenzial dieses Projektes und lassen zugleich die eigenen Qualitätsprobleme gerne außer Acht. So fehlt es an Universitäten vielfach an revisionsfesten Kontrollmechanismen zur Sicherstellung der wissenschaftlichen Standards. Die jüngsten Äußerungen verschiedener Vertreter universitärer Einrichtungen sollen daher nicht unwidersprochen bleiben.

"Das jetzt geplante zentralistische Promotionskolleg der Fachhochschulen, das die Universitäten völlig ausschließt, wäre ein Rückschritt für den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen", sagte zum Beispiel der Rektor der Universität Wuppertal in einem Interview der Westdeutschen Zeitung im Sommer. Der in der FAZ erschienene Artikel "Wissenschaft in Gefahr" schlug im Herbst in die gleiche Kerbe. Der Autor Christian Hattenhauer, Professor für ...

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Kommentare

#1 -

Reinhard Zeidler | Mi., 16.12.2020 - 20:40
Respekt für die an FH hart arbeitenden Kolleginnen und
Kollegen! Der Beitrag entbehrt aber nicht einer gewissen
Demagogie. Man kann doch nicht einige schwarze Schafe an den Universitäten zur Begründung nehmen, daß über FH eine neue Kultur für die Promotionen in diesem Lande zustande kommen soll. Der beabsichtigte Dammbruch mit
FH-Promotionen ist genauso wenig nützlich wie der weitere Ausbau der Exzellenz-Initiative an den Unis.

#2 -

Anne König | Do., 17.12.2020 - 13:55
Danke, Herr Wortmann, für die klaren Worte. Und an Kollegen Zeidler gerichtet: Es werden hier zwei Themen miteinander verknüpft: Das überfällige Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche von HAWen und eine Qualitätssicherung. Alle Bundesländer, die endlich, endlich, ein eigenständiges Promotionsrecht für HAWen ermöglichen, verknüpfen das aus meiner Sicht vernünftigerweise mit einer prozessorientierten Qualitätssicherung. Das ist sicher an vielen Unis auch der Fall, aber eben nicht überall.



Ich möchte einen dritten Aspekt ergänzen: Die mangelnde Durchlässigkeit von HAW-Talenten hin zur Promotion und damit einhergehend ein Nachwuchsmangel besonders für die HAW-typischen Fachgebiete. Ein paar Zahlen aus Berlin (letzte Statistik 2017): Die Hälfte aller Bachelor- ...

#3 -

Thorben Sembritzki | Fr., 18.12.2020 - 12:19
Vielen Dank für diese differenzierte Argumentation, die leider immer noch vielerorts viel zu emotional geführt wird.

Nur ein Hinweis zu den Zahlen der HRK: diese beruhen auf Angaben der Universitäten und nicht der kooperierenden FHs/HAWs. Man darf also davon ausgehen, dass diese Erhebung mehr als nur lückenhaft ist. Eine deutlich aussagekräftigere Grundlage bietet das Nacaps-Datenportal des DZHW, das den Anteil kooperativer Promotionen bei ca. 7% auszeichnet (siehe https://nacaps-datenportal.de/indikatoren/C5.html). Die Befragung der Promovierten ermöglicht auch erstmals einen umfassenden Vergleich der Betreuungssituation von Promovierenden an Unis und FHs/HAWs.

#4 -

R. Zeidler | Fr., 18.12.2020 - 19:37
Es gibt natürlich an FH's leistungsstarke Kolleginnen und Kollegen, wie man von eigenen Absolventen wohl weis. Es gibt aber in D'land einfach viel zu viele DoktorandInnen. Der eigentliche "Dammbruch" an den FH's ist aber der,
daß durch die Hintertür der Promotionen einfach die Gleichstellung der dortigen ProfessorInnen zu denen an
den Universitäten erzwungen werden soll. Das kann es
nicht sein. Vernünftige kooperative Promotionen sind
natürlich eine sehr gute Angelegenheit.

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