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Wertlose Zahlen

Die gemeldeten Neuinfektionen bei Kita-Kindern sind seit Lockdown-Beginn stark unterdurchschnittlich gesunken, bei Schülern nur im Gleichschritt mit der Gesellschaft. Haben sich die Schließungen epidemiologisch gelohnt? Eine Antwort gibt die miese Datenlage nicht her. Das ist ein echtes Problem.

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Artikelbild: Wertlose Zahlen

Grafik: OpenClipart-Vectors / Pixabay.

GLAUBT MAN DER RKI-STATISTIK, waren die Schließungen von Kitas und Schulen ein Reinfall. Denn der Anteil der positiv getesteten Unter-5-Jährigen an allen neuen Corona-Fällen steigt seit Wochen und liegt inzwischen auf einem Allzeit-Hoch von 2,64 Prozent. Bei den 5- bis 14-Jährigen ist die Quote ebenfalls massiv angestiegen und erreichte in der gestern zu Ende gegangenen Kalenderwoche 5,45 Prozent – und damit wieder den Stand von Mitte Dezember.

Nun kann man argumentieren: Ja, aber das sind doch nur die relativen Zahlen. Die Anteile müssen zwangsläufig steigen, wenn (glücklicherweise!) die sehr hohe Zahl der Infektionen unter alten Menschen stark zurückgeht. Außerdem gibt es absolut gesehen doch deutlich weniger neue Fälle auch unter Kindern und Jugendlichen.

Was einerseits richtig ist: So hat sich die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei den Unter-5-Jährigen im Vergleich zu ihrem Höchststand in Kalenderwoche 51 (3111) mehr als halbiert (-58 Prozent) und lag zuletzt bei 1293. Da werden zwar noch einige Nachmeldungen hinzukommen, aber ...

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Kommentare

#1 -

Nicole Berger | Mo., 15.02.2021 - 13:21
Eine kleine Korrektur - die Kriterien, welche Kinder die Notbetreuung besuchen dürfen, sind aktuell in Baden-Württemberg deutlich gelockert im Vergleich zum ersten Lockdown. An einigen Standorten führt dies insbesondere in den Kitas (weniger in den Grundschulen) zu einer hohen Auslastung. Verlässliche Zahlen dazu sind meines Wissens nach nirgends veröffentlicht. Von einer "strengen Notbetreuung" kann allerdings vermutlich keine Rede sein, was auch den Vergleich zwischen BW und RLP nicht aussagekräftig macht.

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 15.02.2021 - 16:07
Liebe Frau Berger,



vielen Dank für den Hinweis! Die Bedingungen in BW mögen gelockert worden sein, tatsächlich waren sie nach den Daten der Corona-KiTa-Studie aus dem Januar gab es jedoch trotzdem beträchtliche Unterschied im Betreuungsgrad etwa zu Rheinland-Pfalz, siehe hier auf Seite 16: https://corona-kita-studie.de/ergebnisse#c1



So besuchten in RP in der 2. Kalenderwoche zum Beispiel 41 Prozent der Kinder ihre KiTa zu mehr als 50 Prozent der normalen Zeit, in BW nur 17 Prozent.



Insofern ist der Vergleich meines Erachtens sehr valide.



Viele Grüße

Ihr J-M Wiarda

#4 -

Anderson | Di., 16.02.2021 - 14:04
Sehr geehrter Herr Wiarda,

nur eine Frage zu diesem Satz:

"Zwischen Kalenderwoche 51 und 53 stürzte der Anteil der offiziell neuinfizierten Unter-5-Jährigen von 1,78 auf 1,25 Prozent regelrecht ab, bei den 5- bis 14-Jährigen ging es von 5,48 auf 3,72 Prozent runter."

das Verb "stürzte ab" im 1. Halbsatz suggeriert ein viel stärkeres Sinken als im 2. Halbsatz. Rechnet man es nach, ist der Unterschied aber marginal: U5 sinkt auf 70%, Ü5: 68%. Vielleicht überarbeiten Sie diesen Satz nochmal?

BG,

Anderson

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