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Zu viel Polemik gegenüber den Hochschulen?

Nach Krachs Hochschulgesetz-Vorstoß: Was sagen die Berliner Hochschulen, Studierenden und Abgeordneten? Und wie geht es jetzt weiter? Eine Umfrage.

BERLINS HOCHSCHULSZENE reagiert gemischt auf die Kompromiss-Signale aus der Wissenschaftsverwaltung. Staatssekretär Steffen Krach (SPD) hatte im Interview hier im Blog skizziert, wie er die geplante Novelle des Berliner Hochschulgesetzes trotz hitziger Debatten noch in dieser Legislaturperiode über die Bühne bringen will. Gleichzeitig verwahrte er sich gegen die Kritik der Rektoren, versprach dennoch Nachbesserungen, sagte aber auch, unter welchen Umständen er die Reform lieber doch ganz abblasen würde.

Die Präsidentin der Humboldt-Universität, Sabine Kunst , sagte, sie hätte sich "weniger Polemik gegenüber den Argumenten der Hochschulen" gewünscht. Bessere Rahmenbedingungen für Beschäftigung, Teilzeitstudium, Gleichstellung und Diversität hätten die volle Unterstützung der Universitäten. "Neue Strukturen gehen aber zulasten von Forschung und Lehre, wenn sie nicht zusätzlich finanziert werden." Kunst verwies in dem Zusammenhang auf eine Berechnung der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP), die im Falle der Umsetzung des bisherigen Entwurfs auf Mehrkosten von 35 Millionen Euro pro Jahr kam.

Krach hatte die bisherige Kritik der Hochschulleitungen am Gesetzentwurf im Interview mit der Bemerkung gekontert, diese sei teilweise "sehr zugespitzt" gewesen. "Ich hätte eine etwas ...

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Kommentare

#1 -

Fassungslos | Do., 20.05.2021 - 12:57
"Die Absicht, mehr Diversität zu ermöglichen könne er nur unterstützen, die Forderung nach mehr sicheren Stellen ebenfalls, "das kostet dann aber auch.""



Ich würde mir wünschen, dass die Politik hier endlich mal klar macht, dass die Einhaltung von Gesetzen auch für die Hochschulen nicht fakultativ ist. Wenn ich daran denke, wie häufig in den unverbindlichen Absichtserklärungen der Hochschulen entgegenkommend darauf hingewiesen wird, dass sie "Stellen den Vorrang vor Stipendien" geben wollen - so als wäre der §611a BGB für sie außer Kraft gesetzt und sie könnten nach persönlichem Gusto entscheiden, wann sie Stellen einrichten oder Stipendien vergeben. Gibt es eigentlich ...

#2 -

Carsten Busch | Fr., 21.05.2021 - 15:52
Liebe/r "Fassungslos",

welche Hochschule meinen Sie? Ihr Text lässt ahnen, dass Sie persönlich betroffen sind und ich hoffe, dafür finden sich gute Lösungen. Für die HTW Berlin muss ich Ihre Unterstellungen ganz klar zurückweisen: Wir halten uns an Gesetze, wir fahren einen sehr klaren Diversity- und Antidiskriminierungskurs und wir schaffen so viele sichere Stellen, wie irgend möglich. Jederzeit nachweisbar. Wenn aber der Gesetzgeber sagt, es solle mehr Stellen oder neue Aufgaben geben, sollte er auch die Finanzierung klären: 3 Paar Schuhe kosten einfach mehr als 2.

#3 -

Tina Salomon | Fr., 21.05.2021 - 22:31
Sehr geehrter Herr Busch, ich bin "Fassungslos" und möchte Ihnen für Ihre Antwort danken, weil sie mMn eine wichtige Diskussion eröffnet. Sie haben Recht: Ich bin persönlich betroffen, nicht in Berlin, aber von den gleichen Rahmenbedingungen, denn ich war in der Wissenschaft tätig. Ich habe den Kanzler der Hochschule, an der ich beschäftigt war, wegen Nötigung angezeigt und der Hintergrund meiner Anzeige war die immer wieder behauptete Unterfinanzierung. Gegenstand der Anzeige war ein Semester, in dem ich unter Druck gesetzt wurde, ohne Arbeitsvertrag vier Seminare abzuhalten, weil die Universität vor dem Hintergrund des Hochschulpaktes zusätzliche Studienplätze eingerichtet hatte, aber aufgrund ...

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