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Die seltsame Schulpolitik des RKI

Am Tag der Kultusministerkonferenz berichtet das Robert-Koch-Institut von angeblichen Nahe-Rekordständen bei den Schulausbrüchen. Die Kultusminister hingegen sagen: Trotz Pandemie und Delta-Variante hätten sie seit Beginn des Schuljahrs "vollständigen und kontinuierlichen" Präsenzunterricht sichergestellt.

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Artikelbild: Die seltsame Schulpolitik des RKI

Foto: ds_30 / Pixabay.

ES WIRD IMMER BRISANTER, welche Figur das Robert-Koch-Institut (RKI) bei der Begleitung der Corona-Pandemie abgibt. Dass das Institut ahnungslos ist, wie hoch die Impfquote tatsächlich ist, hat es selbst erst gestern wieder bestätigt (siehe Kasten) – und auch, dass es wenig Ideen hat, wie es an diesem Zustand etwas ändern kann. Dabei hat die schlechte Datenlage direkte Auswirkungen auf die Politik – weil von der tatsächlichen Impfquote nicht nur die wissenschaftlichen Prognosen zur Infektionskurve im Herbst und Winter abhängen, sondern auch die Entscheidungen über mögliche neue gesellschaftliche Einschränkungen und Gegenmaßnahmen.

Noch unverständlicher ist, wenn das RKI trotz der schlechten Datenlage Politik macht – mit Absicht oder, was noch schlimmer wäre, ohne sich der Tragweite der eigenen Äußerungen bewusst zu sein. Auch hier gab der gestern erschienene " wöchentliche Lagebericht " des RKI zu COVID-19 ein ärgerliches, in jedem Fall unglaublich unprofessionelles Beispiel.

Am selben Tag, an dem die Kultusministerkonferenz zur Corona-Sicherheit an den Schulen konferierte und in den Medien die Debatte über Maskenpflicht, Luftfilter & Co heißlief, verkündete das RKI: Die Ausbruchshäufigkeit in Kitas und an Schulen sei dieses Jahr im Vergleich zu 2020 etwa zwei Monate früher angestiegen. Und: Die Zahl der übermittelten Schulausbrüche habe sich bereits Mitte September 2021 dem "Höchstniveau" der zweiten und dritten Welle angenähert. Die Botschaft, die ankommt: ...

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Kommentare

#1 -

Birger Horstmann | Fr., 08.10.2021 - 18:04
Ist es denn so einfach, aus der Zahl der ausgelieferten Impfdosen auf die Zahl der Impfungen zu schließen? Denn schließlich werden ja bestimmt mittlerweile bei den niedrigen Impfraten Impfstoffgläser nicht vollständig ausgenutzt. Und vor allem ist es ja unklar, ob fünf, sechs oder sieben Impfdosen aus einer Ampulle gewonnen werden. Hier gibt es doch Unterschiede je nach Zeitpunkt und Ort der Impfung. Mich würden die Annehmen des RKI dazu interessieren. Könnte eine Bevölkerungsstudie nicht direkt das Antikörperniveau in verschiedenen Altersgruppen messen?

#2 -

Gens una sumus | Sa., 09.10.2021 - 22:07
Das Trauerspiel des RKI bezüglich belastbarer Zahlen bei den Impfungen ist ein echter Skandal. Das hatte derartige gravierende Folgerungen für die Politik, daß es einfach erstaunt, wie man hier Harakiri gespielt hat. Ist Herr Wiehler eigentlich ein CDU-Mann? Neues Spiel, dann hoffentlich mal eine belastbare Zählerei.

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