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Ein Ministerium für Chancen, ein Ministerium für die Zukunft

Sollten Bildung und Wissenschaft auch von der neuen Bundesregierung im selben Haus untergebracht werden? Warum eine Aufspaltung des BMBF ein faszinierendes Gedankenspiel ist – und überraschend viel dafür spräche.

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Artikelbild: Ein Ministerium für Chancen, ein Ministerium für die Zukunft

Altes Haus, neue Inhalte? Der Berliner Sitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Foto: Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

ÜBER PERSONALFRAGEN und die Verteilung von Ministerien wird bei Koalitionsverhandlungen offiziell zuletzt entschieden, obgleich hinter vorgehaltener Hand natürlich auch diesmal bereits kräftig spekuliert wird: Wer wird wofür zuständig, und welche Ministerien werden neu zugeschnitten? Nur wenn es dabei zu wenig diskret zugeht, gibt es Ärger. Etwa, als FDP-Chef Christian Lindner neulich in der ARD aufzählte, es gebe das Bundeskanzleramt, das Finanzministerium und "ein neues Klimaministerium". Und er sei der Meinung, "jeder der Partner muss eine Möglichkeit haben, auch gestalterisch zu wirken."

Grünen-Chef Robert Habeck fand das "wenig hilfreich." Dabei ist unter den Verhandlern ziemlich unstrittig, dass es das Klimaministerium geben wird und dass die Grünen darauf Anspruch erheben. Und weil die SPD das Kanzleramt bekommt, heißt das wohl: Lindner meint, er habe Anrecht auf das Finanzministerium.

Auch ein zweites neues Querschnitts-Ressort gilt als wahrscheinlich: ein Digitalministerium, das die Zuständigkeiten bündeln und regierungsübergreifende Strategien formulieren und verfolgen soll. Dass ein solches Digitalministerium zugleich eine Chance sein könnte, die Struktur und Logik staatlichen Handelns neu zu organisieren, hat die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) kürzlich mit Nachdruck empfohlen . Eine Blaupause für das so dringend benötigte agile Regierungshandeln?

Über einen anderen möglichen neuen Zuschnitt wird bislang wenig geredet in der Öffentlichkeit, aber das macht ihn nicht weniger bedenkenswert. Die unter Fachleuten und Fachpolitikern diskutierten Überlegungen, die ich hier skizzieren möchte, betreffen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dessen Aufspaltung und Neustrukturierung. Ob aus dem Gedankenspiel am Ende Wirklichkeit wird, ist offen. Es gibt aber gute Argumente, dass die Koalitionspartner in spe es zumindest ernsthaft prüfen.

Weg von der ...

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Kommentare

#2 -

Klaus Diepold | Mo., 25.10.2021 - 13:43
Wenn die Innovation nicht mehr Thema im Wirtschaftsministerium sein soll ... nun gut ...

Dann ist es aber eher ein Thema für die Bildung und weniger für die Forschung.



Es ist nicht die primäre Aufgabe der Wissenschaft für Innovationen zu sorgen sondern eben "Wissen zu schaffen".

Es ist dann die Aufgabe schlauer (gut ausgebildeter) Menschen, basierend auf dem geschaffenen Wissen Innovationen zu erzeugen. Deshalb ist Innovation ein Thema der Bildung (und der Wirtschaft).



Innovation ist mehr als nur einen Artikel zu veröffentlichen oder ein gute Idee zu haben. Innovation heisst, dass die Idee implementiert und erfolgreich auf einen Markt (allgemein ...

#3 -

Peter Ritzenho… | Mo., 25.10.2021 - 14:33
Sehr charmante Gedanken, die nicht unbedingt zu mehr Ministerien führen sollen - wie auch im Text dargelegt wird. Natürlich wird es Widerstände geben, aber alle großen Veränderungen hatten und haben auch große Widerstände zu überwinden.

Dass Grundlagenforschung im Sondierungspapier keine Rolle spielt, liegt wohl eher daran, dass die Grundlagenforschung gerade in der Pandemie eine hohe Anerkennung in breiten Teilen der Bevölkerung gefunden hat (ausgenommen von einigen schwer zu ertragenden Strömungen). Sie hat durch beherzte Stellungnahmen und schnelle Impfstoffentwicklung Großartiges geleistet.

Die Lücke im Fördersystem zwischen der Grundlagenforschung sowie technologischen, sozialen und gesellschaftlichen Innovationen zu schließen, kann durch einen solchen Ansatz ...

#4 -

Leander Kurscheidt | Mo., 25.10.2021 - 19:55
@Klaus Diepold ich stimme ihnen überhaupt nicht zu. Ich glaub es ist gerade diese Trennung, welche es in Deutschland den Transfer so schwer macht. In der Realität werden so viele Innovationen in Deutschland nicht durchgeführt weil der Graben zwischen Wirtschaft (oder eher "Unternehmertum") und Wissenschaft zu groß ist, die Flexibilität zu klein. Ich glaube es ist kein Wunder dass von Google bis Facebook so viele Innovationen aus der Universität heraus entstanden sind, gerade wenn es um High-Tech geht kommt man ja oft um die Forschung nicht herum. Und auch in Deutschland kann man eine Gruppierung von wichtigen Innovationszentren um Universitäten ...

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