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Die Frau, auf die es zulief

Bettina Stark-Watzinger soll neue Chefin im BMBF werden. Was ist sie für eine Politikerin, und was bedeutet ihre Nominierung für die Bildungs- und Wissenschaftspolitik?

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Artikelbild: Die Frau, auf die es zulief

Bettina Stark-Watzinger. Foto: Michael Kappeler. CC BY-SA 4.0 .

"DIE HABEN SIE VERGESSEN", sagte mir ein FDP-Politiker Anfang September, nachdem ich eine Liste möglicher KandidatInnen für die BMBF-Chefetage veröffentlicht hatte. Er meinte Bettina Stark-Watzinger, Landesvorsitzende in Hessen und seit Ende 2020 Parlamentarische Geschäftsführerin der liberalen Bundestagsfraktion.

Das hatte ich tatsächlich. Als Bildungs- und Wissenschaftsjournalist war sie mir nicht weiter bekannt. Ein paar Mal hatte ich ihren Namen im Rahmen von Bundestagsdebatten gehört. Vor allem seit sie – erst spät in der vergangenen Legislaturperiode – im Haushaltsausschuss für den Einzelplan 30, das Budget des BMBF, zuständig geworden war, als Berichterstatterin ihrer Fraktion. Das war's dann aber auch. Doch nach dem ersten Tipp ihres Parteikollegen begann ich, Erkundigungen über Stark-Watzinger einzuholen. Um es kurz zu machen: Ich hörte viel Positives, auch von Abgeordneten anderer Bundestagsfraktionen. Die 53-Jährige, Mutter zweier Töchter, sei verbindlich im Ton, scharf in der Analyse und, wenn sie etwas zusage, könne man sich auf ihr Wort verlassen.

Zugleich zeigte ihr über zehn Jahre dauernder, schrittweiser Aufstieg in der FDP-Hierarchie, dass sie auch die notwendigen Strategiespielchen interner Parteipolitik beherrscht. Planvoll wirkt ihre Karriere: 2011 Mitglied des Landesvorstands, 2014 stellvertretende Parteivorsitzende in Hessen, 2015 Landes-Generalsekretärin, 2017 Beisitzerin im ...

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Kommentare

#1 -

Prof im Unruhe… | Do., 25.11.2021 - 13:07
Das ist eine sehr ehrliche und offene Darstellung von Herrn
Wiarda. Seine regelmäßigen fundierten Kommentare zur bisherigen Corona-Lage und -Politik lassen auf eine ähnlich couragierte und sachkundige Einschätzung für die künftige BMBF-Politik hoffen.

#3 -

Ulrike Berndt | Do., 25.11.2021 - 16:37
Ein Studium an der FernUniversität in Hagen wird also gegenüber einem Studium an der Goethe-Universität abgewertet? Schade, dass Sie sich hier an gängiger Geringschätzung beteiligen, Herr Wiarda. Und nein, die Aussage ist nicht abhängig von der jeweils in Rede stehenden Person.

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Do., 25.11.2021 - 17:52
@Ulrike Berndt: Wenn Sie meine Berichterstattung über Frau Karliczek über die Jahre verfolgt haben, wissen Sie, dass ich es genauso NICHT meine. Aber es gab und gibt diese Vorbehalte in der Szene, und deshalb muss ich sie thematisieren.

Beste Grüße!
Ihr J-M Wiarda

#5 -

Michael Liebendörfer | Do., 25.11.2021 - 18:56
@3/4:
Und ja, man kann Vorbehalte haben. Eine Fernuniversität mag gleichwertige Abschlüsse ermöglichen, aber nicht immer dieselben Erfahrungen. Ich hätte mir in der Pandemie eine Ministerin gewünscht, die Hörsäle, Lerngruppen und Fachschaftszimmer selbst erlebt hat.

#6 -

JRP | Do., 25.11.2021 - 20:52
Ich habe zwei deutsche Diplome: Diplom-Ingenieur Elektrotechnik der TU München und Diplom-Informatiker der FernUni. Sami Haddadin auch. Wir sind beide heute Professoren und uns einig, dass in den 1990er Jahren das Diplom der FernUni Hagen qualitativ (inhaltlich und in Trainingsqualität) besser war als das Diplom der TU München. Aber seitdem ist natürlich viel Wasser die Isar runtergeflossen...

#7 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 26.11.2021 - 09:17
@JRP: Das ist spannend und deckt sich mit vielem, was ich höre! Ich möchte noch eine Beobachtung beisteuern: Menschen, die ein Fernstudium erfolgreich durchziehen, haben ein oft ein besonders hohes Maß an Motivation und Durchsetzungskraft gezeigt.

#8 -

Noch 'ne Hanna | Fr., 26.11.2021 - 11:43
Ich habe zeitweise für eine Fernhochschule (nicht -universität) gearbeitet und möchte das ein bisschen einschränken: Es kommt sehr, sehr stark auf die Hochschule und vor allem auf das Profitinteresse des Betreibers an. Meiner Einschätzung nach ist die Varianz bei Fernhochschulen sehr viel breiter als bei staatlichen Präsenzhochschulen. Auf der einen Seite des Spektrums gibt es die Fernuniversität Hagen, deren Anspruch auf wissenschaftliche Ausbildung mit exorbitant hohen Abbrecherquoten einhergeht. Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es private, profitorientierte Fernhochschulen, die trotz der Implosion dieses Marktsegments in den USA in Deutschland kaum reguliert & beaufsichtigt werden. Die funktionieren eher wie Zeitschriften-Abos: ...

#9 -

Josef König | Fr., 26.11.2021 - 12:15
Wenn man Fern-Uni mit PräsenzUni vergleicht, vergleicht man Äpfel und Birnen. Beides ist Obst, aber unterschiedlich im Geschmack.

Es mag ja sein, dass man an der FernUni konsistenter und mit tieferer Motivation studiert und daher mehr lernt. Dafür fehlt eine Sozialisation, die nunmal integraler Bestanteil eines Studium an einer Präsenz-Uni ist. Dort wird man in eine Akademie sozialisiert - und in eine Form „Erwachsenenlebens“ hineingeholt. Sie sind nicht reine Lern-und-Lehranstalten, sondern eben Orte der Begegnung von Menschen, oder anders ausgedrück: Eine Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden.

#10 -

zweifler | Sa., 27.11.2021 - 10:56
Unter Professoren in der Mathematik ist der Ruf der FernUni Hagen eher weniger gut. Ich selbst habe dort vor vielen Jahren einmal ein Jahr lang eine Professur vertreten und diese Zeit später immer gerne verschwiegen. Ein Ruf nach Hagen wurde als Ruf zweiter Klasse gewertet. Ich kenne im Mint-Bereich auch heute keinen Kollegen, der gerne nach Hagen wechseln würde. Ein zentraler Grund dafür liegt natürlich auch darin, dass man dort wegen der speziellen Lehrklientel i.d.R. keinen wiss. Nachwuchs generieren kann.

#11 -

Ulrike Berndt | Mo., 29.11.2021 - 09:54
Dir hier teils vorgebrachten Argumente gehen an der Sache vorbei. Es wurde am Text oben einzig kritisiert, dass ein Studium an der U Frankfurt als (politisch landläufiges) Argument für eine "bessere Eignung" von. S.-W. für das Wissenschaftsministerium herhalten könne als ein Studium an der FU Hagen. Angenommen, man teilt diese Einschätzung, dann bleibt immer noch die Frage, warum in aller Welt dies ein Kriterium für S.-W. sein sollte und nicht anderweitig dokumentierte fachliche und vor allem ministerielle Kompetenz. Über dies - da hier die Kampagne "Ich bin Hanna" genannt wurde - dürfte die FDP ein sicherer Garant für eine Beibehaltung ...

#12 -

Veteran | So., 02.03.2025 - 18:57
Lieber Herr Wiarda,



in Ihrem ersten Artikel über Bettina Stark-Watzinger waren Sie noch ganz hoffnungsfroh: "Das ist keine Karliczek 2.0". Und weiter: "Im Übrigen kann es auch von Vorteil sein, dass sie die BMBF-Politikfelder nur kurz und vorrangig mit dem Blick einer Haushälterin beackert hat. Das bedeutet nämlich, dass da jetzt eine versierte Politikerin in die Chefetage einzieht, die keine wissenschafts- oder bildungspolitischen Netzwerke zu bedienen hat. Der das Ministerium einerseits von den Programmen und Budgetzahlen her bereits vertraut ist, andererseits aber auch noch fremd genug, um dessen Schwachstellen zu erkennen und zu bearbeiten."



Am Ende haben Sie kein gutes ...

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