Hört auch auf die Leisen!
War es falsch, das Wintersemester in Präsenz zu starten? Nein – auch wenn viele Studierende jetzt doch in Distanz lernen müssen.

EINIGE HATTEN von Anfang an gewarnt: Öffnet die Hochschulen nicht in die vierte Welle hinein, sagten sie. Sonst müsst ihr sie mitten im Semester wieder schließen. Und dann auf Online-Lehre umzuschwenken, ist viel komplizierter, als wenn man die Kurse von Semesterbeginn an digital konzipiert hätte. Und warum viele Studierende in die teuren Hochschulstädte zurücklocken, wenn ihre Hoffnungen dann enttäuscht werden?
Die Realität in den Hochschulen Anfang Dezember und bei einer bundesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 400 stellt sich so dar: In den vergangenen Wochen hat ein Standort und Bundesland nach dem anderen den Vorlesungsbetrieb auf 2G umgestellt. Nachdem die Universität Erlangen-Nürnberg mit ihrer diesbezüglichen Entscheidung vor vier Wochen noch eine aufgeregte deutschlandweite Debatte ausgelöst hatte.
Doch nicht nur das: Hinter der Fassade offizieller Präsenz-Beschwörungen sieht es noch ganz anders aus. Viele Dozierende treffen sich mit ihren Studierenden, ob geimpft oder nicht, längst nur noch online. Wo sie das offiziell nicht dürfen, hängen sie es nicht an die große Glocke.
Drei Argumente geben für sie den Ausschlag. Erstens: der Infektionsschutz und kaum durchführbare ...
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Kommentare
#1 - Als ein weiterhin in Präsenz (mit Hybrid-Option für…
Ein weiteres Argument, Herr Wiarda, habe ich jedoch vermisst. Warum in aller Welt sollte man gerade an Unis mit Impfquoten von >90% (bei unseren Stichproben eher 95-100%) die Präsenz runterschrauben, wenn das Risiko dort objektiv geringer ist, als in jeder Schule (die zurecht auch offen bleiben, so lange es möglich ist).
Insofern: ja, immer auch ...
#2 - Sehr geehrter Herr Wiarda,ich lese Ihre Texte ohnehin immer…
ich lese Ihre Texte ohnehin immer gerne, da Sie den Dingen mit dem erforderlichen breiten Hintergrundwissen auf den Grund gehen und sich nicht von den schnellen Reflexen der social-media-Kommunikation leiten lassen. Heute haben Sie mir in besonderer Weise aus der Seele gesprochen mit Ihrem Text über die Präsenzlehre, wofür ich Ihnen sehr herzlich danken möchte.
Ich habe zu Beginn des Semesters erschütternde Gespräche mit Studierenden geführt, die völlig aus dem Tritt gekommen sind, weil bei allen Anstrengungen ein reines Online-Studium für ganz viele Studierende nicht das Richtige ist. Unter diesen Studierenden waren motivierte und kluge junge ...
#3 - Lieber Herr Wiarda und liebe Präsenz-Lehrende,danke, dass…
danke, dass Sie würdigen, was sehr viele der Kolleg:innen hier täglich trotz der pandemischen Großlage leisten. Es sind nicht nur die Lehrkräfte, auch unsere Mitarbeiter:innen in den Laboren die uns sehr aktiv unterstützen, aber auch einige Studierende, die sich aktiv für Präsenz aussprechen. Und auch kommen. Und einfach toll interagiert haben. Dem Gefühl (und einigen Gesprächen) der Dozierenden & Mitarbeiter:innen nach war das bitter nötig, die Präsenz wurde förmlich aufgesaugt, auch dankbar angenommen.
Online kann sehr viele Übungen nicht ersetzen. Wir mussten dort bereits inhaltliche Abstriche machen, da deutlich weniger Personen in die Übungen ...
#4 - Ein sehr guter Beitrag, es war so was vonnöten, wieder in…
#5 - Lieber Herr Wiarda,vielen Dank für Ihren wichtigen Text.…
vielen Dank für Ihren wichtigen Text. Die Debatte um die aus meiner Sicht dringend erforderliche Beibehaltung und Wiederaufnahme von Präsenzveranstaltungen an den Universitäten in Zeiten der Pandemie fehlt aus meiner Sicht fast vollständig. Es ist eine grobe Fehlentscheidung, junge Erwachsene über Monate und Jahre an den Schreibtisch zuhause (in teuren Städten oft noch im Kinderzimmer) zu verbannen. Diese jungen Erwachsenen haben sich früh impfen und jetzt boostern lassen, gehören in der großen Mehrheit keiner Risikogruppe an und sind eine der wichtigsten Grundlagen für die Zukunft unserer Gesellschaft, unseres Landes und darüber hinaus. Die deutschen Universitäten beschränkten sich ...
#6 - Bei aller Freude und Selbstlob meiner Vorredner*innen bitte…
Es ist kaum verwunderlich, dass in ihren Veranstaltungen vor Ort 90-95% Geimpfte sitzen. Selbstselektion findet sich eben nicht nur in theoretischen statischen Abhandlungen, sondern insbesondere vor Ort. Gerade die, die sich nicht impfen lassen wollen oder können sind doch vermutlich diejenigen, die dann auch nicht zu ihren Veranstaltungen kommen. Rechnen Sie doch einfach mal die ganzen unbeobachteten Ereignisse ("Studierende, die nicht da sind") in Ihre Erfahrungen ein, dann kommen Sie vermutlich zu etwas anderen Ergebnissen.
Ich zumindest habe ...
#7 - Ich stimme meinem*meiner Vorredner*in "Mahner" zu - meinen…
#8 - Auch wenn ich die oft zitierte Studierenden-Impfquote aus…
#9 - Danke für diesen Beitrag. Ich bemühe mich seit Oktober,…
#10 - Vielen Dank für den tollen Text! Leider hat sich an meiner…
#11 - Ich fahre seit zwei Jahren statt mit dem ÖV 10,3 km mit…
Hybrid würde auch denjenigen entgegenkommen, die aus welchen Gründen auch immer, nicht in Präsenz teilnehmen können.
Man kann Corona auch mit Präsenzveranstaltungen kontrollieren: 2G oder auch 3G. Wir haben mit der Pandemie gelernt und nun stehen die Mittel (Impfen, Testen, FP2 Maske) zur Verfügung, damit umzugehen. Was zu Beginn der Pandemie völlig richtig war (nämlich Vorsicht und daher online Vorlesungen und Schulschließungen) ist jetzt ...
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