Drei Phasen, drei Lösungsansätze
Die Vorstellungen über eine Reform des WissZeitVG gehen auseinander. Wie könnte ein Modell aussehen, das die Gegenwart berücksichtigt und zugleich auf eine neue Personalstruktur vorbereitet? Ein Gastbeitrag von Georg Jongmanns.

Georg Jongmanns ist Medienwissenschaftler und Soziologe und einer Autoren der vom BMBF beauftragten Evaluation des novellierten Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Er arbeitet bei HIS-HE in Hannover im Geschäftsbereich Hochschulmanagement. Foto: privat.
DIE DEBATTE UM die angekündigte Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) läuft auf Hochtouren und geht längst über die am 20. Mai 2022 vorgelegten Evaluationsergebnisse zur Novelle 2016 hinaus. Dies war absehbar, da der Koalitionsvertrag eine Gesetzesänderung auf Grundlage der Evaluation angekündigt hatte, ohne die Ergebnisse zu kennen. Und es geschieht zu Recht, weil der Reformbedarf über die Frage nach angemessenen Vertragslaufzeiten und überhaupt über die Gestaltungsmöglichkeiten des Sonderbefristungsrechts hinausgeht.
Der Reformbedarf resultiert aus dem massiven Gefälle in der Personalstruktur, das Selektion erzwingt und prekäre Lebensentwürfe erzeugt. Wenn man – um Abhilfe zu schaffen – die Zeit der befristeten Beschäftigung effektiv verkürzen und zugleich die Wahrscheinlichkeit für eine Dauerbeschäftigung im deutschen Wissenschaftssystem erhöhen will, ist es erforderlich, dass die Länder, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Forschungsförderer und Fachgemeinschaften mitziehen.
Die nächste Fassung des WissZeitVG wird zwar nicht alle Problemlagen beseitigen. Sie ...
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Kommentare
#1 - Ich finde es verwirrend, wenn in R2 die Gruppe der POSTdocs…
Zudem haben viele der aktuellen Vorschläge mMn zu wenig die Worst Cases im Blick, die dadurch ermöglicht werden. Ich verstehe die Tabelle so, dass eine Promotion auch insgesamt 8 Jahre auf 4 Verträgen laufen könnte und dabei immer noch jedes Ordner heften als qualifizierend gilt. Warum braucht R1 die Option auf zwei Verträge, wenn es doch auch R1+ gibt?
Die Vorschläge zum WissZeitVG sollten besser verhindern, dass Arbeitsverhältnisse einseitig ausgenutzt werden können.
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