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Lauterbachs verschleppte Medizin-Reform

Wenn es so weitergeht, ist der "Masterplan Medizinstudium 2020" auch 2030 noch nicht umgesetzt. Pokert der Gesundheitsminister zulasten der Wissenschafts-Etats?

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Artikelbild: Lauterbachs verschleppte Medizin-Reform

Foto: estableman /Pixabay.

KARL LAUTERBACH SCHEUT keinen Konflikt, wenn er etwas für richtig hält. Gerade legt er sich wieder einmal mit der Ständigen Impfkommission an, die eine vierte Corona-Impfung erst für Menschen ab 70 für sinnvoll erklärt hat. Der SPD-Gesundheitsminister hält im Spiegel dagegen: Er würde den erneuten Booster auch Jüngeren empfehlen, "da hat man einfach eine ganz andere Sicherheit“.

Ob es für einen Gesundheitsminister angemessen ist, Stiko zu spielen, darüber lässt sich womöglich noch streiten. Irritierend ist in jedem Fall, dass Lauterbach Aufgaben, die zweifelsohne zum Kernbereich seiner Jobbeschreibung gehören, schleifen lässt. Selbst wenn sie für das langfristige Wohlergehen der Gesellschaft ebenfalls von großer Bedeutung sind.

Vor fünfeinhalb Jahren haben die Wissenschafts- und Gesundheitsminister von Bund und Ländern den "Masterplan Medizinstudium 2020" beschlossen. Nach jahrelangem Poker. Denn seine 37 Punkte buchstabierten nicht nur die schon damals überfällige Generalüberholung der Ärzteausbildung aus, vor allem mit einer frühzeitigen Praxisorientierung "am Patienten und seinen Bedürfnissen". Sondern die Reform, das war schon damals klar, würde teuer werden.

So teuer, dass sich Bund und Länder, Wissenschafts- und Gesundheitspolitiker seitdem um ...

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Kommentare

#1 -

Medizinstudent | Fr., 22.07.2022 - 21:17
Als aktueller Medizinstudent möchte ich nicht mit meinen Kommilitonen:innen der Zukunft tauschen und mancherlei erschließt sich mir auch nicht: „schon damals überfällige Generalüberholung“. Sind unsere Ärzte so schlecht? Was ich mitbekommen habe von der Reform, leider kann ich die Quellen nicht mehr finden, ist unter anderem eine Steigerung von gut 20% der Lehrveranstaltungen bei gleicher Regelstudienzeit und zusätzliche Prüfungen. Ansonsten tauchen immer wieder Themen wie Verbesserung der ärztlichen Kommunikation und mehr Allgemeinmedizin auf - mittlerweile studiere ich an der zweiten Universität und ich habe jedes Semester Lehre zu diesen Themen. Ehrlicherweise habe ich zunehmend das Gefühl, dass Politik und Journalismus ...

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