Direkt zum Inhalt

Große Mehrheit der Studierenden lehnt Aktivismus in der Wissenschaft ab und distanziert sich von der Letzten Generation

Konstanzer Hochschulforscher haben erstmals eine Studierendenstichprobe nach ihren politischen Einstellungen und Wahrnehmungen befragt – und würden ihre repräsentative Studie gern regelmäßig wiederholen. Eine überfällige Ergänzung zur langfristigen Sozialerhebung?

Bild
Artikelbild: Große Mehrheit der Studierenden lehnt Aktivismus in der Wissenschaft ab und distanziert sich von der Letzten Generation

Bild: Menno de Jong / Pixabay.

DIE ERGEBNISSE DER 22. SOZIALERHEBUNG waren spannend, umfassend und in Teilen bedrückend. Etwa, dass es den Studierenden gesundheitlich schlechter ging als fünf Jahre zuvor. Dass sie mehr Zeit zum Studieren aufwendeten und trotzdem ein Großteil von ihnen jobbte. Und dass der Anteil der studentischen Geringverdiener, die weniger als 800 Euro im Monat hatten, auf 37 Prozent geklettert war – gleichzeitig aber mehr als ein Viertel der Studierenden 1.300 Euro und mehr ausgeben konnte. Die im Mai 2023 von BMBF, Deutschem Studierendenwerk (DSW) und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZWH) veröffentlichten Daten hatten nur einen Nachteil: Sie stammten aus dem Jahr 2021.

Bis zu welchem Grad aber kann die Politik heute auf der Grundlage fast zwei Jahre alter Daten Entscheidungen treffen, wenn doch wie in diesem Fall dazwischen ein Großteil der Corona-Pandemie, Hochschulen im Distanz-Modus, der Einbruch studentischer Arbeitsmärkte, der Beginn des russischen Angriffskriegs, die Energiekrise und explodierende Preise lagen – deren Auswirkungen die Sozialerhebung nicht berücksichtigen konnte? Das DZHW ergänzte sie deshalb um eine zusätzliche aktuelle Analyse, um die Inflationsfolgen für die Studierenden abzuschätzen.

Und sonst? Muss sich die Bildungspolitik in der sozialwissenschaftlichen Erforschung der Studierenden ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Günter M. Ziegler | Mi., 27.09.2023 - 15:12
Vielen Dank für den erhellenden Bericht!
Mir fällt aber auch auf, dass die Geschwindigkeit der Studie zu fehlender Sorgfalt bei den Graphiken führt, die nicht nur voller Tippfehler sind ("blokiert", "azeptabel") und auch lückenhaft ("Weil ich fürchte, wegen Vorurteilen nicht richtig zuhört") - war das die im Survey vorgegebene/vorgeschlagene Antwort?

#2 -

Wie bitte? | Mi., 27.09.2023 - 15:18
Zitat: "Kaum anders fallen die Antworten aus, wenn in der Rede oder Veranstaltung die Ansicht transportiert werden soll, dass das biologische Geschlecht nur die Ausprägungen männlich und weiblich kenne. Hier lehnen sogar 88 Prozent physische Gewalt ab."



Die "Ansicht"?? Lieber Herr Wiarda, hier handelt es sich nicht um eine Ansicht, sondern um Fakten. Biologische Geschlechter gibt es genau zwei, und dieselben sind durch die Größe der Geschlechtszellen (Gameten) definiert: Spermien und Eizellen. Ich will mir gar nicht vorstellen, dass Sie diese biologischen Grundtatsachen hier implizit anzweifeln.

#3 -

Hoffnung | Mi., 27.09.2023 - 15:27
Zwei Ergebnisse herausgegriffen, die zeigen, dass die Studenten überwiegend vernünftig sind und gleichzeitig zeigen, dass die sog. Stud.vertretungen alles mögliche vertreten, aber nicht die große Mehrheit der Studenten.

Bleibt zu hoffen, dass die Vernunft siegt.



"... muss die Einstellung der Studierenden gegenüber der Genderforschung wohl als überwiegend kritisch eingeschätzt werden."



und

"Große Mehrheit der Studierenden lehnt Aktivismus in der Wissenschaft ab und distanziert sich von der "Letzten Generation""

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 27.09.2023 - 16:33
Lieber Herr Ziegler,



danke für Ihr Lob! Und was die Fehler in den Grafiken der AG Hochschulforschung angeht: Da haben Sie einen Punkt! Das sind Stellen, an denen man sieht, dass es schnell gehen musste. Ich persönlich kenne das allerdings auch manchmal aus meiner Arbeit hier im Blog: lange recherchiert, dann aufgeschrieben, und dann sind da ärgerliche (Tipp-)Fehler drin. Im Anhang des Studienberichts (im Artikel verlinkt) sind die Fragen und Antwortmöglichkeiten vollständig aufgelistet, da lautet die von Ihnen zitierte Antwort: "Weil ich fürchte, dass man mir wegen Vorurteilen nicht richtig zuhört."



Beste Grüße

Ihr Jan-Martin Wiarda

#5 -

Chris Lasse Däbritz | Sa., 30.09.2023 - 15:49
Vielen Dank für den schönen Beitrag und die spannenden Ergebnisse.



Liebe*r Wie Bitte,

wenn Sie von Fakten sprechen, dann nehmen Sie bitte auch zur Kenntnis, dass Ihre Definition („ Biologische Geschlechter gibt es genau zwei, und dieselben sind durch die Größe der Geschlechtszellen (Gameten) definiert: Spermien und Eizellen“) eben kein Fakt ist, sondern eine von vielen möglichen Definitionen. Auch die Biologie ist da breiter und kann Geschlecht aus unterschiedlichen Perspektiven definieren.

#7 -

Fred Schaper | Mo., 16.10.2023 - 14:49
Also Biologe empfehle ich: "Ein Tisch ist ein Tisch" von Peter Bichsel und die Erkenntnis, dass Fakten nur so lange Fakten bleiben, bis sie verdreht werden.

aber auch das Zitat von Bertrand Russell (Philosoph und Mathematiker, Nobelpreis Literatur 1950):
„Die Tatsache, dass eine Meinung vielfach geteilt wird,
ist kein Beweis, dass sie nicht völlig absurd ist.“

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Frustrierend, ermüdend, wenig transparent

Bekommt man ein Kind während der Doktorarbeit, besteht gesetzlich die Möglichkeit, zwei Jahre länger von der Universität beschäftigt zu werden.Warum passiert das so selten?


  • Artikelbild: Wenn Studieren nicht mehr lohnt

Wenn Studieren nicht mehr lohnt

Der Reiz eines Scheinstudiums vergeht, seit das 49-Euro-Ticket das Semesterticket abgelöst hat. Damit sinkt auch die Zahl der Studierenden – mit Folgen für die Hochschulfinanzierung?


  • Anleitung zur Umgehung des Tarifvertrags?

Anleitung zur Umgehung des Tarifvertrags?

Bayerns Wissenschaftsminister Blume versprach den wissenschaftlichen Hilfskräften eine massive Verbesserung ihrer finanziellen Lage. Jetzt kritisiert die SPD, sein Ministerium ermutige die Hochschulen zum genauen Gegenteil. Blumes Haus widerspricht.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Die 200-Euro-Blaupause

Die 200-Euro-Blaupause

Staatliche Energiehilfe für Studierende und Fachschüler: Die Umsetzung war von Verzögerungen und Kontroversen begleitet, die Online-Antragsplattform wurde dann aber zu einem erfolgreichen Stück Verwaltungsmodernisierung. Was passiert jetzt mit den Restmillionen, wenn nächste Woche die Antragsfrist endet?


  • Artikelbild: Zinsen für Studienkredite steigen weiter, und der Bund schaut zu

Zinsen für Studienkredite steigen weiter, und der Bund schaut zu

Ab Oktober ändert die KfW wieder die Konditionen zu ihrem Studienkredit. Er steigt auf 8,34 bis 9,18 Prozent. Die Ampel muss jetzt eingreifen.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Haushaltsausschuss verlangt vom BMBF Programm zum Ausbau von Dauerstellen in der Wissenschaft

Mit den Stimmen aller Koalitionsfraktionen pocht das Gremium auf die Umsetzung eines Ampel-Versprechens und setzt Ministerin Stark-Watzinger unter Druck: Sie soll bis Ende September 2024 über den Fortgang berichten.