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Europas Wiederbelebung

Was Mario Draghis Plan für die Wissenschaft bedeutet. Ein Gastbeitrag von Jan Wöpking.

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Artikelbild: Europas Wiederbelebung

Mario Draghi bei der Übergabe seines Berichts an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. 

Foto: EU-Kommission .

I Die Diagnose



Wachstum – oder Siechtum? Das ist die Wahl, vor der Europa steht. Jedenfalls wenn man den schonungslosen Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU liest, den der frühere EZB-Chef Mario Draghi im Auftrag von Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen verfasst hat. Nur wenn wir wachsen, werden wir bewahren können, was uns schützenswert ist: Klima, Sozialsysteme, Sicherheit, Demokratie, Souveränität. Doch Europa wächst schon länger nicht mehr richtig, wir fallen immer mehr hinter China und die USA zurück. Aus dieser selbstverschuldeten Stagnation will Draghi die EU herausführen. Sein Bericht ist das Drehbuch zu einer Gegenrevolution, verfasst mit technokratischer Präzision, das von Energiemärkten bis zur EU-Governance reicht. Und mitten drin: Ein wuchtiges Plädoyer für mehr und für andere Forschungsförderung in Europa – exzellenter, wirkungsvoller, schneller, mutiger. 

 

II Die Gegenmaßnahmen



Europas Wachstumsschwäche, so Draghi, ist im Kern eine Innovationsschwäche. Lionel Barber, Ex-Herausgeber der Financial Times , fasst es so: "America innovates, China replicates, Europe regulates." Europa hänge insbesondere bei den Technologien der Zukunft hinterher. Um diesen Innovation Gap zu schließen, ...

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Kommentare

#2 -

Gerhard Duda | Mi., 18.09.2024 - 14:49
Für Draghi's Forderung nach einem "ERC für Institutionen", aus der sich eine Europäische Exzellenzinitiative entwickeln könnte, gibt es bereits europäische Vorarbeiten. Sie wurden in einer Unterarbeitsgruppe des Forums für den Europäischen Forschungsraum in Zusammenarbeit von Mitgliedstaaten, EU-Kommission und Hochschulvertretungen erstellt.

Die EU-Kommission befiel allerdings angesichts der zu erwartenden zusätzlichen Ausgaben in 2023 "Angst vor der eigenen Courage" und viele große europäische Hochschulvertretungen fremdelten auch mit dem Thema und wollten sich am Ende lieber mit anderen Agenden beschäftigen, die zurzeit in Brüssel en vogue sind. Sie fordern mehr Geld für alle Institutionen, Inklusion, Anerkennung der Vielfalt der Exzellenz - kurz: eine ...

#3 -

Wolfgang Kühnel | Sa., 21.09.2024 - 14:32
Ob das nun wirklich eine große Leistung ist, eine Verdoppelung von 100 auf 200 Milliarden zu fordern, ohne zu sagen, wer das bezahlen soll? Dass wissenschaftliche Exzellenz in Euro gemessen wird, scheint mir ohnehin fraglich zu sein. Schon bisher wollte man doch die Exzellenz fördern:

"Der Europäische Forschungsrat fördert themenoffen exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihre Teams mit bahnbrechenden Forschungsprojekten in verschiedenen Förderlinien für die jeweils passende Karrierestufe." Quelle:

https://www.horizont-europa.de/de/Der-Europaische-Forschungsrat-ERC-1748.html

Was also gibt es da zu meckern?

Und welchen Sinn soll es machen, sich gegenseitig die sog. "Top-Forscher" abzujagen durch immer höhere Gehälter und immer höhere Summen, die nur für ...

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