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Das Ende der Solidarität?

Die Erhöhung der Kosten für das Deutschlandticket hat auch für Studierende und Auszubildende Folgen. Und dann auch noch völlig unterschiedliche in ganz Deutschland. Ein Kommentar.

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Artikelbild: Das Ende der Solidarität?

Bild: 200 degrees / Pixabay.

DAS DEUTSCHLAND-TICKET soll vom nächsten Jahr an 58 Euro pro Monat kosten, neun Euro mehr als bislang, haben die Verkehrsminister der Länder beschlossen. Was das für die Popularität des Angebots bedeutet, lässt sich anhand einer Google-Suche vermuten: Wenn man "Deutschlandticket" eingibt, schlägt das System nach "kaufen" direkt "kündigen" vor.

Was in den ersten Berichten zur geplanten Erhöhung allerdings meist unerwähnt blieb, sind die Folgen für Studierende und Azubis. Nach langem Hin und Her und erst seit dem Sommersemester 2024 gibt es das vergünstigte Deutschland-Ticket für Studierende, das an vielen Hochschulen die früheren Semestertickets abgelöst hat und genau wie diese als "Solidarmodell" funktioniert: Entscheidet sich die Mehrheit der Studierenden dafür, gilt es für alle, und alle müssen zahlen unabhängig von ihrer Nutzung. Dafür kostet es aber auch nur exakt 60 Prozent des normalen "D-Ticket"-Preises, bislang 29,40 Euro pro Monat. Und demnächst, wenn es bei der Formel bliebe, 34,80 Euro.

Nun kann man darüber streiten, ob diese fünf Euro mehr tatsächlich zum Überschreiten der "Schmerzgrenze für viele ...

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Kommentare

#1 -

Th. Klein | Do., 26.09.2024 - 15:26
Es ist schon etwas widersprüchlich, dass das D-Ticket die Sache mit dem ÖPNV vereinfachen sollte und dafür es bei des Semestertickets zumindest im deutschlandweiten Vergleich komplizierter wurde.



Bei allem Verständnis für die finanzielle Situation der Studierenden, war ich ursprünglich davon ausgegangen, dass es einfach deutschlandweit nirgendwo mehr ein Semesterticket gibt, weil über das relativ günstige D-Ticket es einfach obsolet wurde. Schon die Extra-Vergünstigungen wie bspw. in Bayern habe ich nicht verstanden (außer als Lobbyarbeit oder deren Ergebnis). Das hat es wieder kompliziert gemacht. Für die Verkehrsbetreiber wäre es ja eine einfache Lösung gewesen, indem man keinen Extra-Aufwand mehr mit den ...

#2 -

Django | Do., 26.09.2024 - 18:44
Anhand des Deutschlandticket und seinr diversen "Ableger" für Studierende werden ein paar Schieflagen in der Verkehrspolitik deutlich.



Bund und Länder zahlen aktuell ca. 1,5 Mrd € pro Jahr als Verlustausgleich an die Verkehrsunternehmen. Das ist sicherlich viel Geld, und die Preiserhöhung soll verhindern, dass dieser Betrag angehoben werden muss.



Gleichzeitig entsteht im Osten Berlins ein 3,2 km langer Autobahnabschnitt (16. Bauabschnitt der A 100), dafür wird nach aktuellen Schätzungen knapp die Hälfte des jährlichen Deutschland-Ticket-Zuschusses fällig.



Fazit: Geld für neue Autobahnen ist immer da. Müssen die anderen halt zurückstecken.

#3 -

David J. Green | Mo., 30.09.2024 - 00:30
Zu den Azubis: Ja, sie werden einmal zu Beginn kurz als Mit-Betroffene erwähnt, kommen aber dann nicht weiter vor. Was ziemlich schade ist, denn deren Flickenteppich ist noch viel dürftiger und kleinteiliger, sofern ich erkennen kann. Dabei wäre es vielleicht an der Zeit, die Azubis und die Studis in möglichst vielen Hinsichten gleichzusetzen.



Zum Deutschland-Ticket: Mir ist immer noch nicht klar, welches Ziel mit ihm verfolgt wird. Wenn es doch der möglichst umfangreiche Umstieg von PKW auf ÖPNV sein sollte, dann mag der Flickenteppich an weiteren Begünstigungen populär sein, eventuell sogar solidarisch: zweckmäßiger wäre es aber, die hierfür verwendeten Gelder ...

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