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Das Gefühl, dass der Rechtsstaat einfach nicht funktioniert

Wie NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes mit dem neuen "Hochschulstärkungsgesetz" Studierende und Mitarbeitende besser vor Machtmissbrauch schützen will: ein Gespräch mit Jan-Martin Wiarda.

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Artikelbild: Das Gefühl, dass der Rechtsstaat einfach nicht funktioniert

Foto: MKW/Anja Tiwisina.

SIE GLAUBE NICHT, sagt Ina Brandes, dass es an Hochschulen mehr Menschen gebe, die geneigt seien, ihre Macht zu missbrauchen. Sie glaube aber, dass Hochschulen bislang weniger als andere Institutionen in der Lage seien, mit Fällen von Machtmissbrauch umzugehen.

Brandes ist Ministerin für Kultur und Wissenschaft von Nordrhein-Westfalen. Im "Wiarda wundert sich"-Podcasts spricht die CDU-Politikerin über das neue " Hochschulstärkungsgesetz ", mit dem sie den Schutz von Studierenden und Mitarbeitenden vor missbräuchlichem Verhalten verbessern will.

Die Wissenschaftsfreiheit sei ein hohes Gut, und die Professorinnen und Professoren hätten zu Recht "sehr große Freiheiten", sagt Brandes, "daran wollen wir auch nichts ändern." Doch sei das geltende allgemeine Disziplinarrecht kompliziert, langwierig und überhaupt nicht auf die Rahmenbedingungen an Hochschulen ausgelegt. "Deswegen habe ich den Anlass gesehen, gesetzgeberisch tätig zu werden."

Es gebe da zum Beispiel den Fall eines Kölner Professors, erzählt die Ministerin, der sich vor seinen Doktorandinnen entblößt und ihnen Nachrichten mit anzüglichen Bildern geschickt habe. Während des gesamten Disziplinarverfahrens und, nachdem der Professor gegen dessen Ergebnis geklagt habe, ...

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Kommentare

#1 -

Ursache nicht … | Mi., 18.12.2024 - 11:16
Frau Brandes hat keine Ahnung wie es in der Praxis für Studierende ist. Klar, jemand der einen Studiengang studiert wo nur Vorlesungen und Klausuren vorgesehen sind wird eher weniger von Machtmissbrauch betroffen sein. Jemand der ein Laborfach studiert wird den ganz normalen Wahnsinn der an den Lehrstühlen tagtäglich abgeht sehen, den technische und wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Studierende tagtäglich ertragen müssen.



Auch der Punkt das Machtmissbrauch an Hochschulen nicht häufiger stattfinden würde als auch in anderen Unternehmen würde ich so nicht bestätigen. In der Wirtschaft haben Menschen unbefristete Stellen und die Arbeit wird auf mehr Schultern verteilt, wodurch es zu weniger ...

#3 -

Ernsthaft? | Do., 19.12.2024 - 01:00
Was ich aus dem Blog von Herrn Krüper herauslese ist folgendes: " Mimimi ich finde es doof das Studierende und Mitarbeiter besser geschützt werden sollen. Ich als Professor will weiterhin das Recht haben mit meinen Mitarbeitern und Studierenden anzustellen was immer mir beliebt. Ich finde es doof das man sich erdreistet meine gottgleichen Befugnisse als Professor einzuschrenken" Das ganze hat der gute Herr dann noch in juristisches blabla verpackt, damit es weise und rechtens klingt.

#5 -

Wolfgang Kühnel | Mo., 23.12.2024 - 14:23
Zu #1: "In der Wirtschaft haben Menschen unbefristete Stellen und die Arbeit wird auf mehr Schultern verteilt, wodurch es zu weniger Überarbeitung kommt."



Was macht Sie so sicher, dass das an Hochschulen schlimmer ist als anderswo? Unbefristete Stellen können sehr schnell wegfallen, wenn ganze Firmenbereiche geschlossen werden. Hier wurde sogar eine Oberärztin gemobbt:

https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/diskriminierung-aerztinnen-klinik-krankenhaus-umfrage-uni-goettingen-100.html

Im Sport hat es schon viel sexuellen Missbrauch gegeben, der immer erst Jahre später herauskommt. Ebenso beim Film oder in der Unterhaltungsbranche (da war doch was mit einem Rockmusiker? Oder dem einen oder anderen Filmproduzenten und seinen Schauspielerinnen?). Und auch beim Militär: Von der Gorch Fock ...

#6 -

#5JustanotherP… | Mi., 25.12.2024 - 02:06
Zu #5 : Ich habe nie behauptet das es keine Branchen wie z.B die Filmindustrie, den Leistungssport oder andere Unternehmen und Institutionen gibt wo nicht auch Machtmissbrauch vorkommt. Natürlich muss auch da ganz klar etwas geändert werden. ABER was die Wissenschaft von anderen Unternehmen unterscheidet ist, dass Sonderbefristungsrecht und die damit ständig verbundene Angst vor Jobverlust vieler Mitarbeiterund die Angst haben sich gegen Machtmissbrauch zu wehren. Ja auch unbefristete Stellen können wegfallen, aber der Arbeitsplatz ist deutlich sicherer als der einer befristeten Stelle. Kein Unternehmen würde und dürfte Mitarbeiter jahrelang über Kurzzeitverträge beschäftigen.

Die meisten Unternehmen in der Wirtschaft haben ...

#7 -

Simon | Mi., 25.12.2024 - 01:00
Ich kann mich über Herrn Kühnels Kommentar nur wundern. Er bedient sich eines klassischen Whataboutism-Scheinarguments: Weil es in anderen Branchen Missstände gibt, soll es also akzeptabel sein, dass auch an Universitäten fragwürdige Zustände herrschen.

Dieser Gedankengang erscheint mir nicht nur unlogisch, sondern auch gefährlich. Es ist keine Lösung, Missstände zu relativieren, indem man auf andere Problemfelder verweist. Vielmehr sollte unser Anspruch doch sein, überall faire, respektvolle und produktive Arbeits- und Studienbedingungen zu schaffen unabhängig davon, wie die Situation in anderen Branchen aussieht. Die Vorstellung, dass es Universitätsmitarbeitern und Studierenden deshalb nicht besser gehen dürfe, weil es in anderen Bereichen ebenfalls ...

#8 -

Wolfgang Kühnel | Sa., 28.12.2024 - 18:34
Zu #6 und #7: Ich habe nichts dazu gesagt, was vielleicht "akzeptabel" ist. Aber warum streben so viele eine Beschäftigung an den schrecklichen Hochschulen an, wenn sie doch die Alternative hätten, Lehrer zu werden mit einer sicheren Dauerstelle?



"Die meisten Unternehmen in der Wirtschaft haben deutlich seltener Probleme mit Machtmissbrauch."



Wo steht mal eine Statistik dazu? Und was ist mit der dazugehörigen Dunkelziffer? Bezieht sich das nur auf eine bestimmte Branche, etwa eine boomende? Wenn man im Internet nach "Machtmissbrauch in Unternehmen" sucht, kommt keineswegs weniger als bei "Machtmissbrauch an Universitäten". Das wird gewiss sehr unterschiedlich sein.



"Kein Unternehmen würde ...

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