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Trumps Angriff auf die Wissenschaft: Überrumpeln, einschüchtern, kürzen

Massive Kürzungen, politische Einflussnahme und ideologische Vorgaben bedrohen seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump die Forschungsfreiheit in den USA. Was genau geschieht – und wie Forschende reagieren.

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Artikelbild: Trumps Angriff auf die Wissenschaft: Überrumpeln, einschüchtern, kürzen

Blick auf die Butler Library der Columbia University in New York. Foto: Beraldoleal , CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons.

DIE BESCHRIFTUNGEN waren eindeutig: "Für biologische Männer" und "Für biologische Frauen" stand ein paar Tage lang neben den Toilettentüren an der University of Cincinnati – in Betonung einer Anordnung, die sich gegen Transgeschlechtlichkeit richtet. Laut einem gerade vom Bundesstaat Ohio erlassenen Gesetz dürfen Hochschulen den Zutritt zu Toiletten, Umkleide- und Duschräumen nur noch Studierenden des jeweiligen biologischen Geschlechts gestatten.

Wenig später der Rückzug der Hochschulleitung per uniweiter E-Mail: Die umstrittenen Schilder kommen wieder weg. "Wir haben einen Fehler gemacht und bitten um Entschuldigung." Die Universität müsse sich an das Gesetz halten, "aber das ändert nichts an ihrem Bestreben, eine Lernumgebung zu schaffen, die Bildungschancen ermöglicht und die Entwicklung gebildeter und engagierter Bürger fördert." Soll wohl heißen: Man will andere Wege suchen, um mit der neuen Regel umzugehen.

Das in Ohio erlassene Gesetz zu den Toilettenbeschriftungen stammt nicht von Donald Trump, doch es sagt viel über den Rechtsschwenk der USA und den oftmals hilflos-widersprüchlichen Umgang amerikanischer Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen damit.

Die Marschrichtung kommt aus Washington: Allein 76 Präsidialverordnungen hat Trump seit Beginn seiner zweiten Präsidentschaft bis Anfang März erlassen. Hinzu kommen weitere Beschlüsse, viele davon ...

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Kommentare

#1 -

tja | Di., 04.03.2025 - 18:36
Herr Bachmann beschreibt es ja sehr treffend: "Wenn die Rechten die Auszahlung von Forschungsmitteln davon abhängig machen, dass Universitäten ihre Gleichstellungsmaßnahmen beenden, gehört zur Wahrheit, dass demokratische Regierungen Fördermittel vorher an die umgekehrte Bedingung geknüpft haben: dass die Unis solche Maßnahmen einführen."



Tja, und jetzt wird halt gejammert. Man sollte zurückkehren zu dem Prinzip. Wissenschaft ist nicht Ideologie verbreiten. Weder rechts noch links.

#2 -

McFischer | Di., 04.03.2025 - 18:50
Es bleibt für mich ein Rätsel, das auch dieser Artikel nicht auflösen kann: In einem Land wie den USA, wo die freie Meinungsäußerung immer extrem hochgehalten wird (oder wurde), wo auch ganz im liberalen Sinne das Aushalten anderer Meinungen betont wurde, gibt es jetzt offenbar kaum öffentlichen Widerstand gegen die Vorgangsweise von Trump.

Das betrifft nicht nur die Hochschulen, aber auch. Wo sind die Proteste aus Wissenschaft, Kultur, Medien, von Verbänden, den unzähligen Wohltätigkeitsvereinen (Kiwanis etc.), von Berufsverbänden, Gemeinden, PTAs usw?

Wo sind in dem verlinkten offenen Brief die "big academic names"? Die Nobelpreisträger, die public intellectuals, die Deans und ...

#3 -

McFischer | Mi., 05.03.2025 - 21:31
#1

Das ist zu platt in der Argumentation - in mehrerer Hinsicht:

Das Koppeln von Förderungen an bestimmte Rahmenbedinungen ist natürlich gängige Praxis. Die Koppelung kann Gleichstellung betreffen, aber auch Nachwuchsförderung, Dissemination von Ergebnissen, Patent-Erwartungen etc. Klar ist das immer "politisch", aber es sind halt Rahmenbedingungen. Das banale Gegenteil zu erzwingen, ist hingegen eine andere Kategorie. Zumal wenn es gar nicht spezifisch ist, sondern einfach alle Fördermittel gestrichen werden, wenn bestimmte Maßgaben von Trump nicht erfüllt werden.

Weiters ist halt links und rechts nicht das Gleiche. Die Unterstützung progressiver Ziele, die allen Menschen (hier: Studierenden, Forschenden) einen Zugang zu bestimmten ...

#4 -

Anonym | Do., 06.03.2025 - 09:40
Danke für den Artikel! Ich möchte zum ersten Kommentar anmerken: Zu behaupten, es gäbe keinen Unterschied zwischen dem Versuch, Frauen und Minderheiten die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Wissenschaft zu gewährleisten (aka Abbau von Barrieren mittels Gleichstellungs-, Antidiskriminierungs-& Inklusionspolitik) und der republikanischen Abschaffung all dieser Maßnahmen irrt gewaltig und denkt gefährlich. Es ist genau dieser Irrglaube an eine vermeintliche Neutralität der Wissenschaft, der letztlich den gesellschaftlich Privilegierten zu gute kommt und die Basis für Trumps Handeln bildet.

Was in den USA stattfindet ist nichts Anderes als epistemische Gewalt gegen LGBTQ-Menschen, gegen rassische und ethnische Minderheiten und sozioökonomisch Benachteiligte. Es ist umgekehrt keine ...

#5 -

Kaktus | Do., 13.03.2025 - 14:23
Weisse (alte) Männer fühlen sich bedroht. Sie müssen ihre Grundlagen fuer Dominanz wieder herstellen.

Wer einer Minderheit angehoert oder eine Frau ist, sollte wegrennen.

In Europa, in Deutschland passiert es aktuell nur subtiler, verdeckter. Ab und zu gibt es mal wieder einen Bericht uber Machtmissbrauch in der MPG, aber passieren tut nichts.

Wenn die AFD 2029 in der Regierung sitzt, wird man in Deutschland nichts mehr zu Lachen haben in der Wissenschaft.

Seit Jahren passiert nichts oder zu wenig gegen Machtmissbrauch. Auch hier ist das System unterfinanziert.



Laege uns wirklich etwas an Diversitaet, dann waeren schon mehr Frauen in höheren ...

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