Uni heißt gestalten
Die Universitäten stehen gerade an einem Wendepunkt: Bürokratie, Trägheit und ideologische Debatten lähmen sie. Doch zugleich haben sie die Chance, sich neu zu erfinden. Ein Gastbeitrag von Juri Rappsilber.

Juri Rappsilber ist Professor für Bioanalytik an der TU Berlin, Sprecher des Exzellenzclusters "UniSysCat" und wurde für innovative Lehre ausgezeichnet .Foto: TU Berlin/Dominic Simon.
DIE UNIVERSITÄTEN müssen sich neu erfinden – und zwar jetzt. Sie stehen an einem Wendepunkt: Politische, finanzielle und strukturelle Krisen fordern sie heraus. Statt sich von äußeren Zwängen oder ideologischen Debatten lähmen zu lassen, sollten sie die Chance für eine selbstbestimmte Erneuerung ergreifen.
Wenn Studierende seit Jahrzehnten nur in sehr geringem Maße an universitären Wahlen teilnehmen oder vorhandene Gelder nicht genutzt werden, verweist das vor allem auf interne Blockaden. Müssen die vielen Konten einer Universität wirklich alle einzeln im Plusbereich bleiben und in Summe viele Euros binden? Müssen Anschaffungsprozesse so aufwendig sein dass sie zum Nadelöhr werden? Es ist an der Zeit, in Anlehnung an den historischen Ruf "Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren", erneut gründlich durchzulüften: "Genug mit dem Verwalten – Uni heißt gestalten!"
Die zentrale Frage lautet: Welche Rolle spielt eine Universität überhaupt in der Gesellschaft? Welche sollte sie ...
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Kommentare
#1 - Alles ganz nett, aber sehr allgemein und etwas phrasenhaft;…
#2 - Zustimmung ! Gestalten statt verwalten. Ermöglichen statt…
#3 - Ja, es wird wenig konkret. Gleichzeitig ist der Anstoß…
Aus dem Zwischenbericht der Initiative für einen handlungsfähigen Staat. Nr. 27. "Ein starker Staat begegnet Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen mit einem ...
#4 - Beim Leser der obigen Zeilen musste ich fast zwangsläufig…
Ich weiß, dass mein Kommentar dadurch überspitzt klingt. Aber vielleicht steckt ein bißchen Wahrheit in der Feststellung, dass die täglich beobachtete Bürokratie in vielen Einrichtung mehr oder weniger eine unmittelbare Folge von unzähligen "Bullshit Jobs" geworden ist.
#5 - Zu sagen, was ist, bleibt die revolutionärste Tat.
#6 - Für einen gestandenen Naturwissenschaftler argumentiert…
#7 - @#6, KühnelWenn ich es richtig lese, kritisieren Sie die…
Wenn ich es richtig lese, kritisieren Sie die aktuelle Praxis, z.B.:
"Die "Kultur des Lernens" wird mit quantitativen Daten gemessen, etwa den Durchfallquoten oder der Zahl der Abschlüsse. "
Jetzt verwundert es mich, dass Sie (als Naturwissenschaftler) Einwände gegen die Erhebung von Durchfallquoten, drop-outs, Abschlüssen etc. haben. Braucht es für eine vernünftige Studienplanung nicht genau diese Daten?
#8 - Der - an sich interessante - Beitrag leidet mE an einer…
Einerseits fordert der Autor eine breite Involvierung aller Statusgruppen, so weit so demokratisch. Andererseits fordert er "von oben" klare Strategien und:
"Eine wirklich partizipative, zukunftsorientierte Governance denkt Fortschritt weiter, statt ihn zu zerreden, und trifft Entscheidungen, statt sie zu verschleppen." Das geht für mich nicht so recht zusammen. Einerseits eine breite Beteiligung und innovativen Austausch, andererseits aber bitte klare Strategien aus der Hierarchie und zügige Entscheidungen.
Hinzu kommt dann noch die Konfliktstellung von "wir" (die Lehrenden, Forschenden, Studierenden) gegen "die", die verschleppende, auch ...
#9 - Den Beitrag von Herrn Rappsilber kann man wohl nur aus der…
#10 - Zu #7: Natürlich muss man auch Durchschnitts-noten und…
Aber ich höre da Widersprüchliches: Die durchschnittliche Abiturnote der Studienanfänger wird erfasst, die Abbruchquote auch, aber die durchschnittliche Abiturnote bei den Studienabbrechern kann man angeblich nicht wissen. Vielleicht gibt es da eine entscheidende Korrelation? Schulnoten gelten auch als "Prädiktoren" für die spätere Laufbahn, das sage nicht ich, sondern das sagen Experten. Gerade im Fach Mathematik hat man herausgefunden (Heublein et al., HIS), dass zu schwache schulische Kenntnisse bei Abbrüchen entscheidend waren. Und was sagen die schulischen Autoritäten? Weiter so und die Abiturquote erhöhen.
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