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"Deutschland ist stark – aber zu langsam"

Am Mittwoch erhielt Bundeskanzler Friedrich Merz sein erstes Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation. Was drinsteht, sagt die EFI-Vorsitzende Irene Bertschek. Ein Interview über Patenterfolge, Transferlücken, Bürokratie und Karrierewege – und was passiert, wenn Wettbewerb auf zu wenig Grundfinanzierung trifft.
Portraitfoto Irene Bertschek.

Irene Bertschek ist Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs "Digitale Ökonomie" und Professorin für „Ökonomie der Digitalisierung“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seit 2019 ist sie Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung und seit August 2025 deren Vorsitzende. Foto: Anna Logue.

Frau Bertschek, es ist Ihr erstes Jahresgutachten als Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Diesen Mittwoch überreichen Sie es offiziell an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), für den ist es ebenfalls eine Premiere. Wenn man neu in einer Position ist, möchte man gern auch positive Botschaften präsentieren. Haben Sie welche?

Ja, die haben wir. Wir haben uns die sechs Schlüsseltechnologien der Hightech-Agenda angeschaut und gefragt: Wo steht Deutschland eigentlich? In zwei Bereichen stehen wir, was die Patentierungsaktivitäten angeht, wirklich gut da – bei der klimaneutralen Energieerzeugung und bei der klimaneutralen Mobilität. Das ist mehr als ein Trostpflaster. Denn hier lassen sich neue Technologien und Klimaschutz miteinander verbinden – und damit bietet sich deutschen Unternehmen die Chance, im internationalen Innovationswettbewerb erfolgreich zu sein und neue Märkte zu erschließen. Schon in unserem letztjährigen Gutachten hatten wir festgestellt, dass Deutschland bei der Dekarbonisierung über Stärken verfügt.

" Hier muss ich Wasser in den Wein gießen."

"Gut dastehen" – heißt das eher: Nicht so schlimm wie befürchtet? Oder: Deutschland spielt mit in der Weltspitze?

Wir messen das klassisch über Publikationen und Patente. Bei den Patentaktivitäten sehen wir klar: In diesen Feldern gehört Deutschland international zu den führenden Ländern. Im Bereich der klimaneutralen Energieerzeugung haben Einrichtungen in Deutschland im Durchschnitt jährlich rund 880 transnationale Patente angemeldet. In China und den USA, die deutlich größer sind, waren es rund 1.760 bzw. 1.290 Patente. Damit erreicht Deutschland einen guten dritten Platz. Bei der klimaneutralen Mobilität ist Deutschland mit rund 1.360 transnationalen Patentanmeldungen sogar auf dem zweiten Platz positioniert, hinter China mit rund 2.240 Patenten. Allerdings – und hier muss ich ...

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Kommentare

#1 -

Elbe | Fr., 13.02.2026 - 08:39

Es muss sehr anstrengend sein, zum hundertsten mal Phrasen zu wiederholen, die schon viele andere gesprochen haben. Was hier entworfen wird, ist weiterer Bürokratieaufbau aus dem Geist der Planwirtschaft bei gleichzeitiger Mangelverwaltung. Und wieder muss die obligatorische Ökonomin das Wort führen; davon scheint es dann doch deutlich zu viele Absolventen zu geben. Die Vorstellung, die Politik erzeuge durch allerlei Vorgaben und Gesetze Dynamik, kennen wr seit Edelgard Buhlman. Wirklich interessant und mutig, dabei sehr lustig, sind vor allem die letzten Sätze: "In den ersten Monaten war die Politik der neuen Koalition eher rückwärtsgewandt. Wenn in den nächsten Wochen keine spürbaren ...

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