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Richtige Beschreibung, falsche Schlüsse

Die EFI-Wissenschaftsweisen analysieren das Innovationssystem treffend. Bei ihren Empfehlungen zur Transferförderung verkennen sie allerdings die Potenziale der HAW. Ein Gastbeitrag von Björn Christensen.
Portraitfotot von Bjoern Christensen.

Björn Christensen ist Präsident der HAW Kiel und Professor für Statistik und Mathematik am Fachbereich Wirtschaft. Foto: M. Hanke.

DAS KÜRZLICH VORGESTELLTE  Jahresgutachten 2026 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) enthält zahlreiche Befunde zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem, denen man wohl breit zustimmen kann. Geht es jedoch um die abgeleiteten Implikationen, kann man – zumindest aus Sicht einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) – nur konsterniert den Kopf schütteln.

Ein Schwerpunkt des Gutachtens widmet sich dem Transfer – also der Überführung neuen Wissens in Produkte und Dienstleistungen. Der Technologietransfer soll als Kernaufgabe der Hochschulen etabliert werden, ermöglicht durch zusätzliche zeitliche Freiräume und durch mehr intersektorale Personalmobilität zwischen Hochschule und Unternehmen – in allen Karrierephasen, von der Promotion bis zur Professur. Zudem empfiehlt die EFI, die angekündigte "Deutsche Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG)" akteursoffen auszugestalten – also insbesondere die Konsortialführerschaft nicht auf HAW zu begrenzen. Im ergänzenden Interview   hier im Wiarda-Blog geht die EFI-Vorsitzende Irene Bertschek noch weiter und stellt die Gründung der DAFG insgesamt in Frage.

Irritierende Argumentation

Aus Sicht einer HAW wirkt diese Argumentation irritierend. ...

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Kommentare

#1 -

Th. Klein | Mi., 04.03.2026 - 11:39

„Für HAW-Professorinnen und -Professoren sind die universitär geprägten Gutachtergremien ein Closed Shop. […] Problematisch ist die Ignoranz gegenüber den bestehenden Systemunterschieden.“

Das EFI-Gutachten ist eben leider genau dies, ein Gutachten aus einem solchen Gremium. 

#2 -

Günter Tolkiehn | Mi., 04.03.2026 - 16:39

Ich stimme dem Kollegen Christensen in allen Punkten zu. Man könnte noch hinzufügen, dass die Pflichtpraktika und Abschlussarbeiten der HAW-Absolventen in aller Regel bei Praxispartnern durchgeführt werden. Auch da sind Praxisnähe und Transfer schon inbegriffen.

#3 -

Ralf Meyer | Sa., 07.03.2026 - 03:06

Angesichts des Befunds, dass die HAW so viel näher dran sind an den Firmen, ist es bemerkenswert, dass auch Drittmittel aus der Privatwirtschaft zu mehr als 90% an Universitäten gehen, siehe 

https://hochschuldaten.che.de/drittmittel-an-haw/

Nimmt man ihre Investitionen zum Maßstab, so schätzen also die Firmen die Forschung an den Universitäten viel mehr als die an den HAW. Eine Erklärung hierfür ist, dass HAW einfach strukturell schlecht für Forschung aufgestellt sind. An Universitäten ist das Ideal, dass Professor*innen etwa gleich viel Zeit für Forschung und Lehre haben. An HAW ist das Ideal, dass die Professor*innen doppelt so viel lehren wie an Universitäten und ...

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