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Einigung in letzter Minute: Der Staatsvertrag zur Akkreditierung kommt

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Artikelbild: Einigung in letzter Minute: Der Staatsvertrag zur Akkreditierung kommt

Es ist ein Sprachbild, das bei einem Thema wie der Akkreditierung von Studiengängen so gar nicht passen mag, und doch haben Wissenschaftsstaatssekretäre es in den vergangenen Tagen häufiger benutzt: Die Kuh ist vom Eis. Am 8. Dezember (nächsten Donnerstag) treffen sich die Kultusminister zu ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden sie dabei den Staatsvertrag zur Neuregelung des Akkreditierungssystems beschließen. Dieser war nötig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar die bisherige Praxis nicht vereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hatte.



In der anschließenden Pressemitteilung wird dann vermutlich stehen, dass der Beschluss in der KMK „einstimmig“ gefallen sei, womit unter den Tisch fällt, dass Mecklenburg-Vorpommerns (MV) neue Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) am Donnerstag lediglich mit Enthaltung stimmen will. Es ist ihr Zugeständnis an die Runde der übrigen Minister – und vor allem an ihren hessischen Amtskollegen Boris Rhein (CDU), der im Oktober den schon einmal mühsam erarbeiteten Kompromiss mit MV zu Fall gebracht hatte.

Bis zum 29. November, darauf hatten sich alle Länder in der vergangenen Sitzung der KMK-Amtschefs verständigt, sollten alle Ministerien dem KMK-Sekretariat ihr Abstimmungsverhalten signalisieren. Sie sollten sagen, ob sie bereit sind, dem ...

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Kommentare

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 02.12.2016 - 09:59
Liebe/r Kaum,
herzlichen Dank für die Frage. Was ich weiß: Teil des Staatsvertrags ist künftig eine regelmäßige Evaluation. Ob es bereits in der Vergangenheit wirklich aussagekräftige Evaluationen gab? Ich weiß es nicht, bezweifle es aber... Weiß jemand mehr?
Viele Grüße, Ihr Jan-Martin Wiarda

#3 -

McFischer | Fr., 02.12.2016 - 14:00
Meines Wissens gibt es DIE systematische, breit angelegte Studie zur Wirkung von Akkreditierung im Hochschulbereich (in Deutschland) noch nicht.

Einige Hinweise wären:

1. INCHER Kassel

Hier läuft ein wiss. Projekt zu diesem Thema:

https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/?id=41208

Eine der ersten Veröffentlichungen:

http://link.springer.com/article/10.1007/s10734-016-0045-5



2. Studie von Suchanek et al.

http://www.beck-shop.de/Suchanek-Pietzonka-Kuenzel-Futterer-Bologna-ausgewertet/productview.aspx?product=9855703



3. Aktueller Sammelband (mit einem Teilkapitel zu Akkreditierung)

http://www.universitaetsverlagwebler.dewww.universitaetsverlagwebler.de/mueller.htm



4. Weitere Veröffentlichungen

Disseration: http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-531-90997-4

International (CHEPS, Uni Twente): http://doc.utwente.nl/98308/

Daten im int. Vergleich:

http://ecahe.eu/assets/uploads/2014/01/EU-Report-on-Progress-in-Quality-Assurance-in-Higher-Education-2014.pdf



5. Hinweise

Generell sind einige deutsche und internatinale Institutionen in diesem Bereich forschend involviert:

- CHEPS, Universität Twente

- DZHW, Hannover

- INCHER, Universität Kassel

- Institut für Hochschulforschung, Universität ...

#4 -

kaum | Fr., 02.12.2016 - 14:56
@McFischer: Danke für die Sammlung der Literatur. Meine ad hoc Übersicht lässt mich trotzdem zweifelnd zurück. Das umfassende INCHER-Projekt ist zumindest der Beschreibung nach wieder viel zu nah am Prozess selber und weniger an den systematischen Auswirkungen. Hier steht doch die allgemeine Frage an, was hat der Umstieg auf die Akkreditierung gebracht, um das zu verausgebende Geld zu rechtfertigen?

Können Studiengänge schneller eingerichtet oder modifiziert werden? Haben die Hochschulen mehr Autonomie in Studium und Lehre dadurch? Ist es ein Vorteil von einer Evaluationsagentur untersucht/akkreditiert zu werden oder von der Ministerialbürokratie, wenn ja, inwiefern?

Ist die Studienqualität gestiegen? Was ist mit ...

#5 -

McFischer | Fr., 02.12.2016 - 19:07
@kaum: Gern geschehen!

Erst einmal finde ich, Sie sprechen viele gute Fragen an, die alle berechtigt sind - und die mit den mir bekannten Studien sicherlich nicht ansatzweise beantwortet wurden und von Umfang und Design auch nicht beantwortet werden konnten/sollten.

Gleichzeitig weist Ihre Fragensammlung auf das Problem einer Wirkungsevaluation in diesem Feld hin: Die Fragen berühren erst einmal ganz unterschiedliche Ebenen. So ist die z.B. Frage nach Autonomiegewinn oder -verlust bei Hochschulen eine hochschulpolitische, die nach den curricularen Inhalten der Germanistik eine fachliche und die nach der Studienqualität eine allgemeine. Entsprechend ist auch die Messung überhaupt von Veränderung in diesen ...

#7 -

Jakob Wassink | Mo., 05.12.2016 - 14:41
Lieber Herr Wiarda, liebe Mitlesenden!



Ich habe eine Anmerkung zum Artikel:



Hat sich der DHV mit HIlfe des Thüringer Rechnungshofes hier möglicherweise ein kräftiges Eigentor geschossen? Welche Kosten fallen in der Hochschule tatsächlich für ein Akkreditierungsverfahren an? Man muss bedenken, dass verpflichtende Vorgaben zur Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge und deren Akkreditierung seit ca. 10 Jahre existieren. Zu Beginn der Umstellung war der hochschulinterne Aufwand sicher etwas höher. Mittlerweile dürften die Kosten aber deutlich gesunken sein, da die veränderten Strukturen grundsätzlich etabliert sind. Wenn nun also die Kosten immer noch so hoch sind, ist das ein trügerisches Zeichen, dass die ...

#8 -

McFischer | Mo., 05.12.2016 - 15:15
Lieber Herr Wassink,



Sie weisen auf einen richtigen und wichtigen Punkt hin - auch wenn man die Konsequenz, dass Hochschulen evtl. nicht in der Lage sind, ihren Qualitätsanforderungen selbst nachzukommen, nicht unbedingt teilen musse.

Die Zahl des DHV entsprechen ungefähr denen, die auch in dem hier von Herrn/Frau "tutnichtszursache" verlinkten Papier des Wissenschaftsrates genannt werden:

- durchschnittlich 4.400 bis 7.200 Euro pro Studiengang an externen Kosten (Akkreditierungsagentur)

- ca. 30.000 Euro pro Studiengang, wenn indirekte Kosten (v.a. Personalkosten innerhalb der Hochschulen zur Vorbereitung auf die Akkreditierung) mit eingerechnet werden. (vgl. S. 46)



Die ersten, externen Kosten dürften halbwegs realistisch sein. ...

#9 -

kaum | Di., 06.12.2016 - 10:07
@McFischer: Herzlichen Dank nochmals für Ihre Ausführungen, die wirklich vorzüglich sind.

Es ist selbstverständlich, aber oft vergessen, eine Frage der Qualität und der Qualitätssicherung der Lehre. Die 6 Mio. p.a. kann ich mir kaum vorstellen. Alleine an der der Uni an der ich jetzt tätig bin, haben wir 150 Studiengänge, das macht dann schon mal 5,7 Mio. (die 38.000 EUR als Grundlage genommen). Wenn jeder Studiengang alle 10 Jahre dran ist, dann sind das immer noch 570.000 EUR p.a. und das nur an unserer mittelgroßen Universität. Dann nehme ich mal die U15-Universitäten, die wahrscheinlich ähnlich groß sind, dann bin ich ...

#10 -

kaum | Di., 06.12.2016 - 10:18
@McFischer: Wirkungsanalysen

Sie haben vollkommen Recht, meine Fragen gehen eigentlich am Kern vorbei, weil es eine immanent politische Frage ist, wer ist für die Qualitätssicherung in der Lehre zuständig.

Ein Blick auf die Kosten vernebelt nur diese Frage.

Es ist dann wichtig zu schauen, welche Vorteile bringt der eine oder andere Weg der Akkreditierung für die Qualität der Lehre.



Bytheway, meine Fragen waren so vielschichtig, weil man die Wirkungsfrage wirklich so vielschichtig betrachten muss, aber viele Dinge auch nicht kausal klären kann.

Ich persönlich halte für die Studenten, ihre Mobilität und ihre Arbeitsmarktchancen ein Kerncurriculum in einem Fach für unabdingbar. ...

#11 -

Matthias Stoetzer | Di., 24.01.2017 - 20:37
Danke an die Diskussionteilnehmer für die verschiedenen Beiträge.

In einem Diskussionspapier haben mein Kollege Klaus Watzka und ich unsere kritische Einschätzung zur Akkreditierung aufgearbeitet. Es gibt nach unserer Kenntnis der Literatur (fast) nichts, was den Ansprüchen an eine evidenzbasierte Evaluation der Akkreditierung genügt. Wir begründen auch, warum sich dies nicht ändern wird. Das Paper ist unter http://www.eah-jena.de/fhj/bw/forschung/Publikationen/Jenaer_Beitraege/Seiten/default.aspx zu finden. Matthias Stoetzer, Klaus Watzka (2017): Die Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland: ein Instrument zur Qualitätssicherung?, Jena

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