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Disruptive Erfindungen bei Fraunhofer & Co? LED und MP3. Das war's dann aber auch

Die deutschen Forschungsorganisationen sind träge geworden, findet der FDP-Forschungspolitiker Thomas Sattelberger und fordert radikale Reformen: Mehr Geld soll es nur noch gegen nachgewiesenen Impact geben. Aber wie soll das funktionieren? Ein Interview.

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Artikelbild: Disruptive Erfindungen bei Fraunhofer & Co? LED und MP3. Das war's dann aber auch

Herr Sattelberger, früher waren Sie Telekom-Personalvorstand, dann haben Sie das Nationale MINT-Forum aufgebaut, jetzt sitzen Sie für die FDP im Bundestag und wollen das Wissenschaftssystem aufmischen. Wie finden Sie unsere neue Bundesforschungsministerin?

Ich halte Anja Karliczek für eine kluge Politikerin, die allerdings noch nicht die ganze Tragweite des Reformbedarfs in ihrem Haus erfassen konnte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist zu einer Subventionierungsmaschine der Großforschung geworden – leider heute ohne großen Überblick über strategische Auslöser wie strategische Folgen des eigenen Geldausgebens. Jedes Jahr steckt das BMBF beispielsweise Milliarden in die vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die darüber zu ganz schön fetten Katzen geworden sind. Und was die drei Prozent Budgetplus, die Max Planck, Helmholtz, Fraunhofer und Leibniz jedes Jahr garantiert erhalten, für Forschung und Gesellschaft insgesamt bringen, ist unklar.

Sie bezweifeln den Nutzen der Organisationen?

Nein! Ich bezweifle, dass es reicht, ihnen einfach nur immer mehr Geld zu geben und dies nicht mit Output und Impact zu koppeln. Sie müssen sich nur mal die kläglichen Ausgründungszahlen anschauen, und zwar bei allen vier Organisationen. Auch der Bericht der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) ist dieses Jahr zu einigen alarmierenden Ergebnissen gekommen: In vier besonders zukunftsträchtigen Anwendungsfeldern autonomer Systeme liegt Deutschland überall – ausgenommen bei Fahrzeugen – deutlich hinter den USA. Beim Smart Home befinden wir uns zudem noch hinter Südkorea und China und bei der industriellen Produktion abgeschlagen hinter Japan.

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Sa., 16.06.2018 - 11:59
Bei allem Respekt vor Thomas Sattelberger muss ich doch größtenteils seinen Ausführungen und Forderungen widersprechen. Der Ursprung vieler ökonomischer Vorstellungen darüber wie Innovation funktionieren sollte liegt in dem Missverständnis, dass Investition in die Wissenschaft einen unmittelbaren "Return of Investment" produzieren muss und dass es nur daran liegt den Transfer von Erkenntnissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft zu ölen. Zudem muss man den Wissenschachftlern mal ordentlich Feuer unter dem Hintern machen. Wenn das gelingt, dann ist alles gut.



Diese Vorstellung, zumindest der Teil wo die kausale Abfolge von Wissenschaft - Innovation - Wohlstand beschworen wird wird seit dem 17 Jh. ...

#2 -

Laubeiter | Di., 19.06.2018 - 13:52
Ein 69-jähriger ehemaliger Vorstand von DAX-Konzernen und MdB der FDP schlägt vor, das BMBF möge den vorhandenen öffentlichen Trägern von Forschung einen neuen Träger zur Seite stellen. Eine seiner Begründungen ist, öffentliche Forschung würde von einem Management nach privatwirtschaftlichen Methoden profitieren. Ich bin auch dafür, den Bundestag zu ersetzen, weil die MdBs durch zu langes Debattieren es einfach nicht schaffen, produktiv mit neuen Gesetzen die Welt zu verbessern. Her mit einer Agentur für disruptive Legislative, in der "Hightech-Cracks, die Lust haben, in außergewöhnlichen Wettbewerben ihre Kräfte zu messen" Gesetze pilotieren, deren Prototypen im ersten Schritt in den Haushalten der Agenturmitarbeiter ...

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