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Der erwartete Abschied

Anja Karliczek trenne sich von ihrer Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, berichtet die Wirtschaftswoche. Gerade heute hat damit keiner gerechnet. Grundsätzlich aber schon.

DIE NACHRICHT KAM überraschend. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) habe die langjährige BMBF-Staatsekretärin Cornelia Quennet-Thielen in den Ruhestand versetzt, berichtete am Mittwochabend die Wirtschaftswoche . Auf Nachfrage wollte das BMBF die Meldung weder bestätigen noch dementieren. Man äußere sich nicht zu Personalangelegenheiten.

So blieb zunächst auch offen, ob Quennet-Thielen womöglich auf eigenen Wunsch geht oder von der Ministerin, wie die Wirtschaftswoche wissen will, "entlassen" worden ist.

Fest steht: Hinter den Kulissen hatten sich die Unstimmigkeiten zwischen der im März ins Amt gekommenen neuen Ministerin und ihrer geerbten beamteten Staatssekretärin lange angedeutet. BMBF-Mitarbeiter mutmaßten, es werde "innerhalb des nächsten halben Jahres" zu einem grundsätzlichen Umbau in der Führungsstruktur des Ministeriums kommen (auf Abteilungsleiterebene ist er bereits eingeleitet). Doch kaum einer hatte damit gerechnet, dass es jetzt womöglich so schnell gegangen ist. Quennet-Thielen selbst offenbar auch nicht. Noch vor Tagen sagte sie offizielle Staatssekretärs-Termine für den Herbst zu.

Die 61-Jährige war schon 2008 von Karliczeks Vorvorgängerin Annette Schavan berufen worden, Karliczeks direkte Vorgängerin Johanna Wanka hatte Quennet-Thielen und auch den zweiten beamteten Staatssekretär Georg Schütte übernommen – und war ...

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Kommentare

#3 -

Edith Riedel | Fr., 20.07.2018 - 16:02
Ganz abgesehen davon, dass die Trennung höchste unprofessionell und unwürdig über die Bühne zu gehen scheint: ist es klug, sich zu diesem Zeitpunkt von einer Mitarbeiterin mit einem so reichen Erfahrungsschatz zu trennen? Was verspricht man sich davon? Eine Verschleppung wichtiger Entscheidungen?

#4 -

Stärke | Fr., 20.07.2018 - 16:07
Stimme dem Beobachter zu. Stärke hätte Karliczek v.a. dadurch bekommen, die Position und Macht von Quennet-Thielen für sich selbst und die Sache zu nutzen. Ruhestand ist der bequeme Weg, Auseinandersetzungen zu vermeiden. So eine Strategie bringt das BMBF grundsätzlich in eine schwache Position. In meinen Augen eine frustrierende Entwicklung.

#5 -

Chris | Fr., 20.07.2018 - 23:49
Mittlerweile ist es auch vom BMBF bestätigt, schreibt der Tagesspiegel: Der Bundespräsident habe Frau Q-T auf Antrag von Ministerin Karliczek zum 31.7. in den einstweiligen Ruhestand versetzt.



Und ob es klug ist, ist sicherlich eine Frage der der Sichtweise: Frau Karliczek entledigt sich eines (wenn nicht sogar des) Machtzentrums im BMBF, was ihre Position im Ministerium sicherlich stärkt - und offenbar hat die Zusammenarbeit ja nicht so gut funktioniert.

Ob das nun aber für das BMBF als Ganzes von Vorteil ist, steht auf einem anderen Blatt...

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