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Jetzt ist mal gut

Die Politik gründet ein angebliches Spitzen-Forschungsinstitut für Digitalisierung nach dem anderen. Die Folgen sind teilweise absurd.

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Artikelbild: Jetzt ist mal gut

ES IST JA GUT, dass die Politik aufgewacht ist. Aber wie! In den vergangenen zwei Jahren hat die Bundesregierung folgende Forschungsinstitute und –verbünde angeschoben oder angekündigt: Das Deutsche Internet-Institut. Bundesweit vier Kompetenzzentren für maschinelles Lernen. Ein "öffentlich verantwortetes Zentrum für künstliche Intelligenz" zusammen mit Frankreich. Ein Zentrum für digitale Innovationen in der Systemforschung mit Polen. Eine Agentur für Cybersicherheit. Und, ganz frisch, ein neues Helmholtz-Zentrum – für Informationssicherheit. Ich behaupte nicht, dass diese Liste vollständig ist. Zumal viele Bundesländer parallel eigene Initiativen vorantreiben. Ich behaupte aber, dass es dann irgendwann auch mal gut ist.

Mit aller Macht wollen die Forschungspolitiker aller Parteien demonstrieren, dass sie endlich kapiert haben, woraus Zukunft gemacht wird. Mit viel Geld wollen sie das Digital-Entwicklungsland Deutschland nach vorn katapultieren.

Es gibt dabei allerdings zwei Probleme. Erstens stand die Bundesrepublik in Sachen Highend-Forschung zu KI und Digitalisierung im internationalen Vergleich schon bislang ziemlich gut da. Was fehlte, war ein Staat, der konsequent in den Ausbau der digitalen Infrastruktur investiert. Was fehlte, waren Schulen, die endlich die Bildung für die digitale Welt vorantreiben. Ein Bildungssystem, das die ...

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Kommentare

#1 -

Laubeiter | Mo., 24.09.2018 - 12:51
Ich würde mir wünschen, dass unterschieden würde zwischen Einrichtungen, die es schon gibt (z.B. Helmholtz) , und jenen, die es geben von politischer Seite geben soll und die die Wissenschaft erwartet, aber bisher weder Ort noch Gestalt haben (z.B. KI mit Frankreich), und solchen, die im Koalitionsvertrag genannt, im Übrigen aber ohne Gestalt sind (z.B. System mit Polen). Oder wissen Sie mehr von WissenschaftlerInnenn, die Ihre Eisen in allen drei Linien im Feuer haben?

#2 -

Michallik | Mo., 24.09.2018 - 17:26
Auch wenn Großbritannien nicht mehr so richtig en vogue ist, aber: Im März 2011 proklamierte die damalige britische Regierung die „Government Cloud Strategy“ (Cloud first Strategy). Sie ist eine Sub-Strategie zur Government ICT Strategy. Heute, im Jahr 2018 finden sich nahezu alle Informations- und Serviceangebote der britischen Regierung in einer Cloud, im Wesentlichen gehostet von Amazon Web Services. Es ist nur ein Beispiel nationaler Strategien, die erfolgreich umgesetzt wurden und in deren Geleitzug auch entsprechende Bildungsreformen eingeleitet wurden. Eine vergleichbare Regierungs ICT-Strategie gibt es in Deutschland bislang noch nicht. Alle Bundesländer haben sich entsprechend verpflichtet in Form einer Digitalstrategie die ...

#3 -

kaum | Do., 27.09.2018 - 16:58
Ich persönlich sehe das nicht so kritisch, weil gerade in Feldern, in denen noch so viel offen und möglich ist, kann eine Vielfalt und ein bisschen Verschwendung gerade richtig sein, weil der Königsweg noch offen ist.

Ich singe da also lieber das "Lob der Verschwendung" (Gernot Grabher, 1994, Sigma Verlag)

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