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Plädoyer für eine Währungsreform des Lernens

Gute Bildung ist zeitlos. Doch wir müssen ihren Wert neu beschreiben. Ein Gastbeitrag von Susanne Hensel-Börner.

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Artikelbild: Plädoyer für eine Währungsreform des Lernens

Dirk Vorderstraße: " Zeugnis / Schulzeugnis ", CC BY 2.0

NIRGENDWO SONST scheint die Diskussion um den Einfluss der Digitalisierung so hitzig geführt zu werden wie beim Thema Bildung. Dabei dominieren zwei Argumentationslinien, die widersprüchlicher kaum sein könnten.

Bildung müsse messbar und vor allem vergleichbar sein, sagen die einen und fordern die Standardisierung durch ein Einheitsabitur. An den Hochschulen dienen die ECTS-Kreditpunkte längst zur internationalen Vereinheitlichung studentischer Arbeitszeit.

Gleichzeitig rüttelt der uneingeschränkte Zugang zu digitalisierten Informationen und Wissen am Fundament althergebrachter Bildungsziele. bei denen die kognitiven Fähigkeiten noch immer im Vordergrund stehen. Und so halten Kritiker dagegen: Anstelle normierter Wissensvermittlung müssten die 4 K‘s – Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und Kritisches Denken – als Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts gelten.

Digitalisierung der Lehre vs. Bildung für eine digitale Welt

Kann es möglich sein, diese beiden gegensätzlichen Herangehensweisen an Bildung irgendwie zusammenzubringen? Ich behaupte: ja. Ich behaupte: Das, was gute Bildung ausmacht, ist weder neu noch strittig. Wir müssen den Wert guter Bildung allerdings auf neue Weise beschreiben. Als Ökonomin fällt mir da eigentlich nur ein passender Begriff ein. Wir brauchen ...

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Kommentare

#1 -

Marius Alexand… | Di., 02.10.2018 - 12:57
Vielen Dank für den Artikel!



Ich bin auch der Meinung, dass Projektarbeit wichtig ist. Genau genommen in Jigsaw-Gruppen.



Die Digitalisierung erlaubt ein viel vernetzteres Wissensmanagement über Expertenmatching für Fragen.



Ich bin kein Experte für das Bildungswesen, habe aber meine Erfahrungen und mein Wissen in eine Definition von Bildungszielen und eine Konzipierung eines modernen Bildungswesens überführt. Vgl. https://marius-a-schulz.de/2018/10/01/jigsaw-bildungswesen/ .

#2 -

scheppler | Di., 02.10.2018 - 13:03
Es ist schon bemerkenswert, dass im Eingang die Standardisierung als ein Pol bezeichnet wird - während man das Modell der 4C/4K als Gegenmodell der "Kritiker" verstanden wisse will. Im restlichen Text läuft dann alles darauf zu, dass es doch eine Messbarkeit und Überprüfbarkeit - inkl. Bewertung - geben müsse. Nur halt irgendwie anders.

Hierzu sollte man wissen, dass die eingangs vollzogene Dichotomie keineswegs eine ist. Im Gegenteil handelt es sich bei den 4C/4K um ein lobbyistisches Narrativ des ThinkTank p21, welches nicht unwesentlich durch die OECD Verbreitung gefunden hat. Der ThinkTank ist zu einem gehörigen Maße wirtschaftsgetrieben und die OECD ...

#3 -

Dr. Martin Schubet | Do., 04.10.2018 - 12:56
Gleich wie, bleibt es bei der Entsubjektivierung des Lernprozesses. Es ist ja aber auch so schwer zu vermessen, was da zwischen (Hochschul-)Lehrer und (Hoch-)Schüler passiert! Wie heißt es so schön: Wer nicht für seine Sache brennt, kann andere nicht entzünden.

Die Einheit von Forschung und Lehre, die Humboldt eingeführt hat, bringt das gut zum Ausdruck. Im Studium wird nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern implizit auch Haltung, Standardinterpretationen und Sichtweisen.

Würde die Lehre lediglich die Wiedergabe von Lehrbuchwissen bedeuten, gäbe ich der Autorin vielleicht recht. Vertrauen in den Lehrenden ist eine wichtige Voraussetzung für jeden Lernprozess. Ein Buch oder ein Arbeitsblatt ...

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