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Jetzt beginnt die Aufarbeitung – hoffentlich

Das Universitätsklinikum Heidelberg bittet um Entschuldigung für die verunglückte PR-Kampagne zu einem angeblich revolutionären Krebstest. Eine unabhängige Kommission soll die Geschehnisse aufklären – auch die Rolle des Klinikumsvorstands darin?

DAS UNIVERSITÄSKLINIKUM HEIDELBERG hat sich nach der verunglückten PR-Kampagne um einen Bluttest zur Krebserkennung öffentlich entschuldigt. Das Klinikum bedaure, "dass es zu Irritationen gekommen ist und nimmt die Kritik ernst", hieß es gestern in einer Pressebotschaft. Eine interne Arbeitsgruppe habe bereits mit der Aufarbeitung der Vorfälle begonnen, zusätzlich sei zur umfassenden Analyse eine unabhängige Kommission aus überwiegend externen Experten eingerichtet worden. Sie werde dem Klinikum und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg "ihre Ergebnisse berichten und Empfehlungen aussprechen".

Hier im Blog hatte ich am 8. März unter der Überschrift " Unerklärliche Eile " über den Fall berichtet, nachdem mehrere Fachverbände und Fachgesellschaften die vom Klinikum losgetretene Berichterstattung als "nicht den von uns vertretenen Grundsätzen medizin-ethischer Verantwortung" bezeichnet hatten.

Stein des Anstoßes war ein Presseauftritt des Geschäftsführenden Ärztlichen Direktors der Universitätsfrauenklinik, Christof Sohn, begleitet von einer Pressemitteilung und einem BILD -Aufmacher . Der Bluttest, der Brustkrebs erkennen soll, sei ein "Meilenstein in der Krebsdiagnostik", stand in der Pressemitteilung, und Sohn pries die "neue, revolutionäre Möglichkeit, eine ...

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Kommentare

#1 -

Maria Sibylla | Di., 26.03.2019 - 09:47
Alle Welt, inklusive die Ministerin, spricht von Wissenschaftskommunikation. Da kann man nur hoffen, dass dieser Fall als abschreckendes Beispiel in die Diskussionen dazu eingeht. Dabei ist Wissenschaftskommunikation generell doch eine gute Sache. In vielen Disziplinen gibt es eher ein Umsetzungsproblem als ein Erkenntnisproblem in der Forschung. Bei der Wissenschaftskommunikation als Brücke zwischen Forschung und breiter Öffentlichkeit muss jedoch die Balance gefunden werden zwischen "Rechenschaftspflicht" der Forschung bei gleichzeitiger Vorsicht, keine unzureichend abgesicherter (Zwischen-)Ergebnisse in den Ring zu werfen.

#2 -

Winder | Do., 28.03.2019 - 15:00
Ich finde es interessant, dass die Heidelberger Firma eine Geschäftsbeziehung mit China aufgebaut hat. Der letzte Fall aus China, den ich erinnere, war der Eingriff in die menschliche Keimbahn durch He Jankui, der dabei internationale Standards für die Aufklärung von Patienten bei der Teilnahme an Studien nicht eingehalten hat, naben anderen Versäumnissen. Vielleicht dachten die Heidelberger, dass sie die hier geltende Regulierung umgehen können und gleich mit dem Geldverdienen in China beginnen können.

#3 -

Jutta D. | Mi., 10.04.2019 - 23:04
Es ist offensichtlich, dass weder Herr Professor Sohn noch seine vorgezeigte Oberärztin Sarah Schott die geringste Ahnung von dem molekularbiologischen Hintergrund der getesteten "Botenstoffe" haben. Sie können gar nicht die Entwickler des Tests sein. Sie stehen wahrscheinlich nicht einmal rechtmäßig auf den bisherigen Publikationen. Sehr viel mehr Einblick in die tatsächlichen Vorgänge und Abläufe bekäme man vermutlich durch die Befragung der echten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In diesem Fall sind das neben der ausgebooteten Stipendiatin Rongxi Yang insbesondere die Molekularbiologin Barbara Burwinkel und auch der Onkologe Andreas Schneeweiss.

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