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Bitte ehrlich machen

"Transfer in der Lehre" ist ein In-Thema. Doch solange die nötigen Strukturen fehlen, ist die Belastung für die Lehrenden und Studierenden hoch. Ein Gastbeitrag von Thomas Hoffmeister und Albert Kümmel-Schnur.

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Artikelbild: Bitte ehrlich machen

Foto: congerdesign / Pixabay - cco.

IN DER KONSTANZER Stadtverwaltung lauschen fünfzig Mitarbeiter aufmerksam einer Gruppe von Studierenden. Die jungen Leute erzählen den Verwaltungsfachleuten, wie sie ihre tägliche Arbeit so umgestalten können, dass sie näher an den Bürgern dran sind – und noch dazu in derselben Zeit mehr geschafft bekommen. Die Ideen der Studierenden entstanden in einem Seminar der Universität Konstanz. "Digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung" heißt es, angeboten hat es Professorin Ines Mergel. Die besten Vorschläge der Studierenden wurden tatsächlich umgesetzt: Die Zusammenarbeit zwischen Uni und Stadt führte sogar zu einer neuen Stelle in der Stadtverwaltung.

Ines Mergel sagt, sie interessiere sich hauptsächlich für die gute Zugänglichkeit von Daten. Warum, fragt sie, kann ich auf die Dienste der Stadtverwaltung nicht 24 Stunden an sieben Tagen der Woche von meinem Wohnzimmer aus zugreifen'? Warum, fügt sie hinzu, entsteht trotz einer allgemein guten Akzeptanz soviel Frust bei Bürgerinnen und Bürgern? Studierende ihrer Kurse, trainiert in Methoden der Feldforschung, erheben in qualitativen Interviews Schritt für Schritt, was Bürgerinnen ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Mi., 17.04.2019 - 18:55
Die funktionierenden Beispiele von Transfer (www.cdtm.de), die ich kenne sind alle basierend auf Grassroot-Initiativen, also komplett bottom-up. Getrieben werden diese Projekte von engagierten Individuen, die viel Herzblut und persönliche Überzeugen investieren. Ich bin nicht überzeugt, dass etwas Vergleichbares Top-Down funktioniert.

#2 -

Josef König | Do., 18.04.2019 - 13:15
Danke für die Beispiele und Argumentation. Solche Initiativen sind gut und wichtig.

Trotzdem sollte man nicht verkennen: Es findet fortwährend und seit Jahrhunderten Wissenstransfer von den Hochschulen und die Gesellschaft statt: Indem die Hochschulen junge Leute akademisch ausbilden und diese das Gelernte in die Betriebe, Unternehmungen, Schulen, etc. transferieren. Das ist Alltag - und dennoch spricht es keiner klar aus!

#3 -

Maria Schmidt | Do., 18.04.2019 - 13:58
An vielen Stellen lese ich aus der Fachhochschulperspektive und denke: super, genau so machen wir das schon! Vermutlich schon immer, weil dies im Verständnis von Hochschule für angewandte Wissenschaften längst verankert ist.
Wichtig finde ich aber Ihre Hinweise: Verankerung statt nice-to-have & Wertschätzung von Lehrenden, die transferstark lehren. An der HTW Berlin arbeiten wir gerade an einer Transferstrategie, die eben auch die Fragen der Verstetigung und Anreize diskutiert.

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